Das herrliche neue Buch über Bore-out und Job-/Sinnsuche von Anne Haferburg: Der Rest ist Zeit

Anne Haferburg hat nachgelegt. Nachdem ihr erstes, eher romantisches Buch, die Vatersuche einer jungen Frau behandelte, geht es in ihrem zweiten Buch „Der Rest ist Zeit“ (Roman) um die Sinnsuche. Zudem wird es nun dick ironisch und wundervoll amüsant. Anne Haferburg denkt an einen ganz bestimmten Frauentypus und versucht diesen mit den Mitteln der genüßlichen Übertreibung glaubhaft darzustellen.

Das ist ein Genuss. Also: Eine junge Frau, Laura geheißen, weiß nicht, was sie beruflich und inhaltlich mit ihrem Leben anfangen soll. Sie kündigt, ist ausgelaugt und scheint erschöpft, … und dann sucht und sucht und sucht diese Laura. Sie weiß nicht weiter. Sie sucht z. B. nach diversen Jobs, die sie annimmt und wieder verlässt … oder aus denen sie gekündigt wird. Sie will ein Leben mit Sinn und Befriedigung führen. Aber wie?

Da dreht sich alles im Kreis. Wie soll es bloß weitergehen? Dazu private Zusammenkünfte aller Art, die sie nicht weiterbringen. Auch in der Liebe geht es nicht gut. Laura ist verzweifelt, aber sie macht weiter.

Das ganze Buch darf hier natürlich nicht verraten werden. Wer wissen will, wie es in Werbeagenturen, Shops, Büros, Juweliergeschäften und in der Gastronomie zugehen kann, der liegt mit diesem Roman genau richtig. Alles in allem eine kleine „Spitze“ gegen zu anspruchslose und zu phantasielose Lebensgestaltungen durch so manchen Menschen. Aber auch präzise und wunderbar zu lesende Beobachtungen der bisweilen erschreckenden Arbeitswelt prägen diesen Roman.

„Etwas Laura“ und „viel Bore-out“ steckt wohl in so manchen von uns. Jede und jeder kann große Teile des Textes lächelnd nachvollziehen. Die Realität ist teilweise noch kurioser, als Anne Haferburg es so vorzüglich beschreibt.

Anne Haferburg, Der Rest ist Zeit, Roman, Erschienen: 14. September 2012, Verlag: KUUUK mit 3 U, Sprache: Deutsch, ISBN-13: 978-3-939832-49-2, Preis: € 12,00, Seiten: 168

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