Weit über 550 Autorinnen und Autoren und Schriftsteller und … gegen NSA-Überwachung // Große Anzeige in 30 Zeitungen

ANZEIGE erschien in mehr als 30 internationale Zeitungen, am 10.12.2013, in Deutschland in der F.A.Z.

>>Am Internationalen Tag der Menschenrechte haben sich 562 international anerkannte Autoren zu einer öffentlichen Intervention gegen die Gefahren der systematischen Massenüberwachung zusammengeschlossen. Diese einmalige globale Schriftsteller-Aktion wurde u.a. unterschrieben von Umberto Eco, Orhan Pamuk, J.M. Coetzee, Elfriede Jelinek, Günter Grass, T.C. Boyle, Margaret Atwood, Daniel Kehlmann, Nawal El Saadawi, Arundhati Roy, Henning Mankell, Richard Ford, Javier Marias, Björk, David Grossman, Arnon Grünberg, Angeles Mastretta, Juan Goytisolo, Nuruddin Farah, João Ribeiro, Victor Erofeyev, Liao Yiwu und David Malouf.

Der Aufruf der Autoren-Gruppe „Writers Against Mass Surveillance“ wurde auf Initiative von Juli Zeh, Ilija Trojanow, Eva Menasse, Janne Teller, Priya Basil, Isabel Fargo Cole und Josef Haslinger am 10. Dezember 2013 in über 30 internationalen Zeitungen veröffentlicht:

In den vergangenen Monaten ist ans Licht gekommen, in welch ungeheurem Ausmaß wir alle überwacht werden. Mit ein paar Maus-Klicks können Staaten unsere Mobiltelefone, unsere E-Mails, unsere sozialen Netzwerke und die von uns besuchten Internet-Seiten ausspähen. Sie haben Zugang zu unseren politischen Überzeugungen und Aktivitäten, und sie können, zusammen mit kommerziellen Internet-Anbietern, unser gesamtes Verhalten, nicht nur unser Konsumverhalten, vorhersagen.

Eine der tragenden Säulen der Demokratie ist die Unverletzlichkeit des Individuums. Doch die Würde des Menschen geht über seine Körpergrenze hinaus. Alle Menschen haben das Recht, in ihren Gedanken und Privaträumen, in ihren Briefen und Gesprächen frei und unbeobachtet zu bleiben.

Dieses existentielle Menschenrecht ist inzwischen null und nichtig, weil Staaten und Konzerne die technologischen Entwicklungen zum Zwecke der Überwachung massiv missbrauchen. 

Ein Mensch unter Beobachtung ist niemals frei; und eine Gesellschaft unter ständiger Beobachtung ist keine Demokratie mehr. Deshalb müssen unsere demokratischen Grundrechte in der virtuellen Welt ebenso durchgesetzt werden wie in der realen. 

* Überwachung verletzt die Privatsphäre sowie die Gedanken- und Meinungsfreiheit.

* Massenhafte Überwachung behandelt jeden einzelnen Bürger als Verdächtigen. Sie zerstört eine unserer historischen Errungenschaften, die Unschuldsvermutung.

* Überwachung durchleuchtet den Einzelnen, während die Staaten und Konzerne im Geheimen operieren. Wie wir gesehen haben, wird diese Macht systematisch missbraucht.

* Überwachung ist Diebstahl. Denn diese Daten sind kein öffentliches Eigentum: Sie gehören uns. Wenn sie benutzt werden, um unser Verhalten vorherzusagen, wird uns noch etwas anderes gestohlen: Der freie Wille, der unabdingbar ist für die Freiheit in der Demokratie.

WIR FORDERN DAHER, dass jeder Bürger das Recht haben muss mitzuentscheiden, in welchem Ausmaß seine persönlichen Daten gesammelt, gespeichert und verarbeitet werden und von wem; dass er das Recht hat, zu erfahren, wo und zu welchem Zweck seine Daten gesammelt werden; und dass er sie löschen lassen kann, falls sie illegal gesammelt und gespeichert wurden. 

WIR RUFEN ALLE STAATEN UND KONZERNE AUF, diese Rechte zu respektieren. 

WIR RUFEN ALLE BÜRGER AUF,  diese Rechte zu verteidigen.

WIR RUFEN DIE VEREINTEN NATIONEN AUF, die zentrale Bedeutung der Bürgerechte im digitalen Zeitalter anzuerkennen und eine verbindliche Internationale Konvention der digitalen Rechte zu verabschieden. 

WIR RUFEN ALLE REGIERUNGEN AUF, diese Konvention anzuerkennen und  einzuhalten.<<

SIEHE URQUELLE: http://www.change.org/de/Petitionen/die-demokratie-verteidigen-im-digitalen-zeitalter

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KURT-WOLFF-PREISE 2014 an „Verbrecher Verlag“ und an „mairisch Verlag“

http://www.kurt-wolff-stiftung.de/Neuigkeiten.htm

Pressemitteilung Kurt-Wolff-Preise-2014

2.12.2013

„Die Kurt Wiolff Stiftung darf Ihnen heute die Träger der Kurt-Wolff-Preise des Jahres 2014 verkünden, es sind der Verbrecher Verlag (Hauptpreis) und der mairisch Verlag (Förderpreis). Wie jedes Jahr wurden die Preisträger vom Kuratorium der KWS gewählt.

Die Begründung:

Der Kurt-Wolff-Preis 2014 geht an den Verbrecher Verlag in Berlin, der seit fast zwanzig Jahren durch große Editionen wie die der Tagebücher von Erich Mühsam und Werkausgaben wie die von Gisela Elsner die Erinnerung an die sozialistischen und anarchistischen Traditionen in Deutschland wachhält und zugleich den aktuellen literarischen und essayistischen Erkundungen des Stadtlebens, der Musik und der Politik eine feste Bühne bietet.

Der Kurt-Wolff-Förderpreis geht an den Hamburger mairisch Verlag, der mit großem Spürsinn junge deutsche Prosaautoren entdeckt und in seinem klug komponierten Programm dem aktuellen Dialog zwischen Literatur, Musik, Graphic Novels und Hörspiel Rechnung trägt.

Die Preisverleihung findet wieder auf der Leipziger Buchmesse statt, am Freitag, den 14. März 2014 um 13 Uhr im Berliner Zimmer (Halle 5, E 315). Die Laudatio hält Dietmar Dath.“

http://www.verbrecherverlag.de/

http://mairisch.de/

Stefan Weidle

(Vorstandsvorsitzender der KWS)