Fritz J. Raddatz ist tot, Literaturkritiker scheidet aus dem Leben

3. September 1931 in Berlin ||| † 26. Februar 2015 in Zürich

Fritz J. Raddatz wurde 1931 in Berlin geboren. Studium Germanistik, Geschichte, Theaterwissenschaften, Kunstgeschichte und Amerikanistik an der Humboldt-Universität in Ost-Berlin. 1953 Staatsexamen. Von 1960 bis 1969 war er stellvertretender Leiter des Rowohlt-Verlags, von 1977 bis 1985 Feuilletonchef der Wochenzeitung „Die Zeit“. Einen Tag vor dem Erscheinen seines letzten Buches dann der Suizid, am 26.2.2015, der vorher schon in Interviews zu anderen Freitoden (wie denen von Erich Loest oder Wolfgang Herrndorf) indirekt schon angekündigt war.

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Eva Leipprand neue Vorsitzende des VS — (Verband Deutscher Schriftsteller)

Die bayerische Autorin und Übersetzerin Eva Leipprand wurde am Sonntag auf dem vierten Schriftstellerkongress in Berlin zur neuen Vorsitzenden des Verbands Deutscher Schriftsteller (VS) gewählt. Sie löst damit Imre Törek ab, der dem Schriftstellerverband zehn Jahre lang vorstand.

QUELLE: http://vs.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++eabd949a-b041-11e4-b5f8-525400248a66

09.02.2015

Eva Leipprand aus Bayern ist die neue Vorsitzende des Verbandes deutscher Schriftsteller VS.

Seit der Verbands-Gründung im Jahr 1969 ist die Autorin, Kritikerin und Übersetzerin die zweite Frau in dieser Position. Sie wurde beim Schriftstellerkongress (VS in ver.di) am 8. Februar 2015 gewählt. Ihre Stellvertreter sind der bisherige Vorsitzende Imre Török (Baden-Württemberg) und Regine Möbius (Sachsen). Neu im Vorstand: Leonie Viola Thöne (Nordrhein-Westfalen) und Gabriele Loges (Baden-Württemberg). Zu den Arbeitsschwerpunkten zählen insbesondere die Bereiche Buchmesse/Veranstaltungen, Mitgliederkontakte und -werbung, Öffentlichkeitsarbeit sowie Digitalisierung und Urheberrecht.

Auf der Konferenz positionierten sich die Autorinnen und Autoren eindeutig gegen die Freihandelsabkommen TTIP und CETA. Unter anderem wurde beschlossen, dass auch für e-books ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz gelten soll. Bisherige Themen wie »Stimmen gegen Rechts«, Aktionen für einen fairen Buchmarkt, elektronisches Publizieren / e-books und Urheberfragen werden weiter verfolgt.

Die neue Vorsitzende sieht die Aufgabe des Verbandes nicht nur darin, für die Interessen der Schriftstellerinnen und Schriftsteller einzutreten; es gelte auch immer wieder den Blick aufs »Große und Ganze zu werfen«. Sie verweist hierbei auf Jaron Lanier, Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels, der »als Geschöpf der digitalen Kultur« in seiner Rede das Buch »als Bauwerk menschlicher Würde« bezeichnet. Das Internet dürfe nicht zur einzigen Plattform der Kommunikation werden. Der Akt des Schreibens bedeute Entschleunigung, Achtsamkeit, gedankliche Durchdringung und den Willen zur Form. »Wir brauchen immer wieder neue Erzählungen, und wer die Erzählungen formuliert, hat die kulturelle Deutungsmacht. Schriftsteller sollten sich ihr Recht, die Welt in Worte zu fassen, nicht nehmen lassen, in ihrer jeweils ganz unterschiedlichen Art und Weise. Wir brauchen sie dringender denn je.«

Die neue VS-Vorsitzende blickt auch auf eine lange kulturpolitische Erfahrung zurück. Sie war von 2002 bis 2008 Bürgermeisterin und Kulturreferentin der Stadt Augsburg und ist heute Sprecherin der Bundesarbeitsgemeinschaft Kultur der Grünen und Mitglied im Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft.

Mit Leonie Viola Thöne ist eine junge Schriftstellerin im Vorstand, die sich literarisch und kommunikativ in den neuen Medien bewegt. So steht der neue Vorstand zugleich für Kontinuität und Zukunftsfähigkeit des Schriftstellerverbands.