Faszinierender Afghanistan-Roman auf Deutsch von dem Deutsch-Afghanen Mirahmadi verfasst

„Schabo und Suhrab“, so heißt das Buch. Erschienen am 30.12.2016.

Der (mit seiner Familie) in Hamburg lebende Autor Faruq Mirahmadi hat bereits viele Jahre einen deutschen Pass, ist aber afghanischer Herkunft. Er hat es gewagt, dass (von ihm noch persönlich im Land erlebte) Afghanistan der 50er, 60er, 70er Jahre in einen Roman zu packen: ja, auf Deutsch. So hat er geschrieben. Nicht in seiner Muttersprache Paschtu/Paschto.

Das berührende und intensive Buch begleitet Schabo und Suhrab. Schabo, das Mädchen, später die junge Frau. Suhrab, der Junge, später der junge Mann.

Ein Dorf im Westen Afghanistans: Im Hof eines Großgrundbesitzers, eines Khans, spielen das Mädchen Schabo und der Junge Suhrab. Beide Kinder ahnen noch nicht, dass sie zwei Familien mit unterschiedlicher Herkunft und ungleichem sozialem Status angehören: Hier die noblen Khancheel und dort die einfachen Wulas. Suhrab ist ein begabter, aber schüchterner Junge und hat außer dem Mädchen Schabo keine echten Freunde. 

Er findet bald die alten Traditionen, Sitten und Gebräuche rückständig und jegliche Diskriminierung aufgrund von Herkunft und Reichtum ungerecht und beschämend. Ihn fasziniert die moderne Welt samt den Werten wie Freiheit, Demokratie und Gleichheit der Menschen. — Als Schabo nach Jahren zurück in die Heimat und zu Suhrab kommt, ist sie für Wulas und Khancheel des Ortes gleichermaßen „fremd“ geworden.

Es aber entflammt die ehemalige Kinder-Beziehung von Schabo, die beim Khan als Dienstmädchen Arbeit findet, und Suhrab, dem Sohn des Khans, zu einer großen und „erwachsenen“ Liebe. Nach den herrschenden Sitten und Gebräuchen im Dorf sind solche Gefühle jedoch vollkommen inakzeptabel, und so muss ihre große Liebe unbedingt geheim bleiben.

Vor diesem Hintergund beschreibt der Autor sein Land und die Menschen. Samt Kultur. Samt Religion. Samt Sitten. Dazu Veränderungen und Bruch-Stellen. Dabei beobachtet er viele Widersprüche und auch den „Clash“ von Ansichten, modernen versus traditionellen.

Dieses Buch sollte jeder lesen, der nach Afghanistan fährt oder in jenem Land arbeiten wird, als „Experte“, als Vermittler, als Soldat, als Entsandter, weiblich wie männlich. Ein packender und mitnehmender Roman dieser Art kann viel mehr für das interkulturelle Verstehen leisten als X Handbücher.

Der Roman „Schabo und Suhrab“ ist eine Literatur, die uns nicht loslässt. Nach diesem Buch werden wir Afghanistan lieben und besser verstehen. Das Schicksal der beiden jungen Leute ist ein Thema für sich.

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Türkische Autorin Asli Erdogan (nur vorübergehend?) aus Untersuchungshaft entlassen

Asli Erdogan, Necmiye Alpay und sieben weitere Angeklagte sitzen/saßen bekanntlich seit August 2016 im Gefängnis; ihnen droht eine lebenslange Haft, da ihnen die „Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation“, „der Versuch der Zerstörung der nationalen Einheit“ und „Propaganda für eine Terrororganisation“ vorgeworfen wird.

Mit der Terrororganisation ist üblicherweise die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK gemeint.

Die neun Beschuldigten arbeite(te)n für die inzwischen geschlossene pro-kurdische Zeitung „Özgür Gündem“, die die Anklage als PKK-Sprachrohr betrachtet. Asli Erdogan hatte Kolumnen für diese Zeitung verfasst.

Der Prozess gegen Erdogan, Alpay und die weiteren Angeklagten soll am 2. Januar fortgesetzt werden.

Solinger Autorin Gudrun Tossing im Februar 2017 erneut im Literaturhaus

Die Solinger Autorin Gudrun Tossing wird am 6.2.2017 // 19:30 Uhr im Literaturhaus Wuppertal im Rahmen einer Werkstattlesung aus einem Roman-Maunskript (vor)lesen.

Moderation: Safeta Obhodjas

Weitere lesende Autoren sind  Falk Andreas Funke und Arne Ulbricht.

Bei Tossing geht es um ein bislang unveröffentliches Romanmanuskript unter dem Titel „Fern-Endlichkeit“.

Tossing hat schon die Erzählungen und Kurzgeschichten aus den USA veröffentlicht: 3 Bände, die unter dem Sammelbegriff „Tossing Tales“ firmieren: KURZTITEL sind a) FISH TALES b) GOLD TALES c) PINK TALES.

Das Werk der FISH TALES wurde auch schon ins Englische, genauer: ins Amerikanische Englisch, übersetzt:

>>FISH TALES
& COYOTE STORIES
Two Germans in the Wild, Wild West<<

Außerdem stammt aus der Feder von Tossing ein dicker USA-Roman, den sie unter Pseudonym veröffentlicht hat. (410 Seiten). Zudem veröffentlichte sie unter Pseudonym im November 2016 den Fuerteventura-Roman „Stark-Sturm“, eine Hommage an Camus und seinen Roman „Der Fremde“.

 

Wissenschaftsverlag Brill will die Verlage Ferdinand Schöningh und Wilhelm Fink in Paderborn übernehmen

Die angekündigte Übernahme umfasst bedeutende Zeitschriften und Buchreihen in Geschichte, Theologie, Literatur- und Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft und Philosophie. Insgesamt besteht das Verlagsprogramm aus 5.500 Titeln und sieben Zeitschriften, wobei jährlich 330 Neuerscheinungen hinzukommen. Der Jahresumsatz beträgt über 3 Mio. Euro und es wird erwartet, dass die Übernahme einen positiven Effekt auf die Aktienrendite im Jahr 2017 haben wird.

Brills Geschäftsführer Herman Pabbruwe sagt: “Ferdinand Schöningh und Wilhelm Fink sind Verlagshäuser mit einem qualitativ hochwertigen Programm und einer langen Tradition im Dienste der Geistes- und Sozialwissenschaft. Die Übernahme stärkt Brills Verlagsprogramm in mehreren Schlüsselbereichen. Außerdem ermöglicht sie, unsere bereits starke Position in Deutschland, dem größten Markt für wissenschaftliche Publikationen in Europa, weiter auszubauen. Wir haben großen Respekt vor der Wissenschaftsgemeinde und der verlegerischen Tradition in Deutschland und werden unsere guten Beziehungen mit Autoren, Universitäten, Bibliotheken, wissenschaftlichen Stiftungen und Handelspartnern in deutschsprachigen Ländern fortsetzen und intensivieren.”

Die Übernahme soll zum 1. Januar 2017 wirksam werden.