Roman Ehrlich bekommt Alfred-Döblin-Medaille 2017

QUELLE: http://www.adwmainz.de

Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz

Geschwister-Scholl-Str. 2 | 55131 Mainz

Roman Ehrlich wird für seine bisherigen literarischen Veröffentlichungen, insbesondere ›Urwaldgäste‹, eine Sammlung von Erzählungen, und für seinen Roman ›Das kalte Jahr‹ mit der Alfred Döblin-Medaille der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz ausgezeichnet.

»Sein Erzählen bewegt sich in den Untiefen der Wirklichkeit,« so die Jury, »es erkundet das Unheimliche, das bei ihm frei von jeder Sensation ist. Und ebenso leuchtet er tastend, fragend, vorwärts denkend und mit minutiöser Sorgfalt das Banale aus. Seine verschachtelten Montagen über Auswanderer, Naturkatastrophen, Gewaltausbrüche und das alltägliche Staunen führen die Leser an Orte der absoluten Einsamkeit. Sie lassen das Erzählte in einer kunstvoll austarierten Schwebe, in Schrecken und Schönheit.«

Die Medaille wird am Dienstag, den 14. März 2017, 18 Uhr, in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur mit einem Grußwort von Staatsminister Konrad Wolf verliehen. Die Laudatio auf den Preisträger hält der Dramatiker, Lyriker und Hörspielautor Wolfram Lotz.

Roman Ehrlich, 1983 geboren, wuchs in Neuburg an der Donau auf. Er studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und an der Freien Universität Berlin. Er war u.a. Finalist beim 19. open mike und nahm 2013 am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Sein Debüt gab er mit dem Roman ›Das kalte Jahr‹ 2013, 2014 folgten die Erzählungen ›Urwaldgäste‹ (beide DuMont). Im März 2017 erscheinen ›Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens‹ im S. Fischer Verlag und das ›Theater des Krieges‹ (zusammen mit Michael Disque) bei Spectorbooks in Leipzig. Roman Ehrlich wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, 2011 nahm er an der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin teil; neben einem Stipendium an der Villa Aurora in Los Angeles 2015, erhielt er 2014 den Bremer Literaturpreis (Förderpreis) und den Robert Walser-Preis 2014, sowie 2016 den Ernst Toller-Preis.

Mit der Alfred Döblin-Medaille würdigt die Akademie Autoren für deren erste vielversprechende Veröffentlichungen und ihr bisheriges gesamtes literarisches Wirken. Der Preis ist mit 3.000,- € dotiert. Der Preisträger hat das Vorschlagsrecht für den kommenden Preisträger oder die kommende Preisträgerin in der Form, dass die Akademie drei Vorschläge erwartet, unter denen eine Jury anschließend eine/n Preisträger/in auswählt. Bisherige Preisträger waren 2014 Martin Kordić und 2015 Matthias Nawrat. Mit der Auszeichnung wird an einen der Mitbegründer der Akademie der Wissenschaften und der Literatur erinnert – an Alfred Döblin, dem die Akademie 1949 die Einrichtung einer Klasse der Literatur zu verdanken hat. Der Preis wurde ermöglicht durch eine testamentarische Stiftung des Ehepaares Prof. Dipl.-Ing. Georg und Dr. Margarete Martz.

Die Preisverleihung ist öffentlich, Presse und Interessierte sind herzlich eingeladen.

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Büchnerpreis 2016 = Georg-Büchner-Preis 2016 … an Marcel Beyer

QUELLE: http://www.deutscheakademie.de = Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung

Marcel Beyer

Schriftsteller
Geboren 23.11.1965
Mitglied seit 2009

Georg-Büchner-Preis 2016
Laudatio von Anke te Heesen
Dankrede von Marcel Beyer
Urkundentext

Seine Texte widmen sich der Vergegenwärtigung deutscher Vergangenheit mit derselben präzisen Hingabe, mit der sie dem Sound der Jetztzeit nachspüren.

Jurymitglieder
Juryvorsitz: Präsident Heinrich Detering
Vizepräsidenten Aris Fioretos, Wolfgang Klein, Gustav Seibt, Beisitzer László Földényi, Michael Hagner, Felicitas Hoppe, Per Øhrgaard, Ilma Rakusa, Nike Wagner

 

Deutsche Akademie
für Sprache und Dichtung

Glückert-Haus
Alexandraweg 23
64287 Darmstadt

Telefon: +49 (0)6151 4092-0

PREISTRÄGER SEIT 1974. (Der erste wurde bereits 1923 verliehen.)

 

  • 1974: Hermann Kesten (1900–1996)
  • 1975: Manès Sperber (1905–1984)
  • 1976: Heinz Piontek (1925–2003)
  • 1977: Reiner Kunze (* 1933)
  • 1978: Hermann Lenz (1913–1998)
  • 1979: Ernst Meister (1911–1979), postum
  • 1980: Christa Wolf (1929–2011)
  • 1981: Martin Walser (* 1927)
  • 1982: Peter Weiss (1916–1982), postum
  • 1983: Wolfdietrich Schnurre (1920–1989)
  • 1984: Ernst Jandl (1925–2000)
  • 1985: Heiner Müller (1929–1995)
  • 1986: Friedrich Dürrenmatt (1921–1990)
  • 1987: Erich Fried (1921–1988)
  • 1988: Albert Drach (1902–1995)
  • 1989: Botho Strauß (* 1944)
  • 1990: Tankred Dorst (* 1925)
  • 1991: Wolf Biermann (* 1936)
  • 1992: George Tabori (1914–2007)
  • 1993: Peter Rühmkorf (1929–2008)
  • 1994: Adolf Muschg (* 1934)
  • 1995: Durs Grünbein (* 1962)
  • 1996: Sarah Kirsch (1935–2013)
  • 1997: H. C. Artmann (1921–2000)
  • 1998: Elfriede Jelinek (* 1946)
  • 1999: Arnold Stadler (* 1954)
  • 2000: Volker Braun (* 1939)
  • 2001: Friederike Mayröcker (* 1924)
  • 2002: Wolfgang Hilbig (1941–2007)
  • 2003: Alexander Kluge (* 1932)
  • 2004: Wilhelm Genazino (* 1943)
  • 2005: Brigitte Kronauer (* 1940)
  • 2006: Oskar Pastior (1927–2006), postum
  • 2007: Martin Mosebach (* 1951)
  • 2008: Josef Winkler (* 1953)
  • 2009: Walter Kappacher (* 1938)
  • 2010: Reinhard Jirgl (* 1953)
  • 2011: Friedrich Christian Delius (* 1943)
  • 2012: Felicitas Hoppe (* 1960)
  • 2013: Sibylle Lewitscharoff (* 1954)
  • 2014: Jürgen Becker (* 1932)
  • 2015: Rainald Goetz (* 1954)
  • 2016: Marcel Beyer (* 1965)