Den Georg-Büchner-Preis 2019 erhält Lukas Bärfuss

Quelle: deutscheakademie.de

9. Juli 2019

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht den Georg-Büchner-Preis 2019 an den Schriftsteller Lukas Bärfuss. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und wird am 2. November 2019 in Darmstadt verliehen.

Begründung der Jury:
»Mit Lukas Bärfuss zeichnet die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung einen herausragenden Erzähler und Dramatiker der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur aus. In einer distinkten und dennoch rätselhaften Bildersprache, karg, klar und trennscharf, durchdringen sich nervöses politisches Krisenbewusstsein und die Fähigkeit zur Gesellschaftsanalyse am exemplarischen Einzelfall, psychologische Sensibilität und der Wille zur Wahrhaftigkeit. Mit hoher Stilsicherheit und formalem Variationsreichtum erkunden seine Dramen und Romane stets neu und anders existentielle Grundsituationen des modernen Lebens. Es sind Qualitäten, die zugleich Bärfuss‘ Essays prägen, in denen er die heutige Welt mit furchtlos prüfendem, verwundertem und anerkennendem Blick begleitet.«

Lukas Bärfuss, geboren am 30. Dezember 1971 in Thun/Schweiz, ist Dramatiker, Erzähler und Essayist. Er lebt in Zürich.
Bärfuss begann zunächst 1998 als Dramatiker und avancierte zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Theaterautoren. Seine Theaterstücke wurden in rund ein Dutzend Sprachen übersetzt und werden weltweit gespielt. Zu seinen bekanntesten Stücken zählen: »Die sexuellen Neurosen unserer Eltern« (2003), »Der Bus« (2005), »ÖL« (2009), »Frau Schmitz« (2016). Sein neuestes Drama, »Der Elefantengeist«, wurde im September 2018 am Nationaltheater Mannheim uraufgeführt.
Als Erzähler debütierte Lukas Bärfuss 2002 mit der Novelle »Die toten Männer«. Sein erster Roman »Hundert Tage« über den Völkermord in Ruanda erschien 2008. Wie dieser so fand auch sein zweiter Roman »Koala« aus dem Jahr 2014, in dem er den Suizid seines Bruders darstellerisch verarbeitet, ein großes Echo in der Öffentlichkeit. Für diesen Roman wurde ihm 2014 der Schweizer Buchpreis verliehen. 2017 erschien sein jüngster Roman »Hagard«, dessen Geschichte um einen erfolgreichen Geschäftsmann kreist, der sich durch obsessives Begehren aus allen sozialen Bindungen löst.
Lukas Bärfuss tritt immer wieder mit pointierten Essays und Debattenbeiträgen zum politischen Geschehen an die Öffentlichkeit. 2015 erschien sein Essayband »Stil und Moral«, 2018 der Band »Krieg und Liebe«.

Zu den vielen Auszeichnungen, die Lukas Bärfuss erhalten hat, zählen: 2005 Mülheimer Dramatikerpreis, 2008 Mara-Cassens-Preis, 2009 Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis (Sonderpreis), 2010 Hans-Fallada-Preis, 2013 Berliner Literaturpreis, 2014 Solothurner Literaturpreis, 2014 Schweizer Buchpreis, 2015 Nicolas-Born-Preis, 2016 Johann-Peter-Hebel-Preis, 2018 Preis der LiteraTour Nord.

Lukas Bärfuss ist Mitglied der der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.

Der Georg-Büchner-Preis:
Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verleiht seit 1951 den Georg-Büchner-Preis an herausragende Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Er wird finanziert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stadt Darmstadt.

Lukas Bärfuss Autorenseite: http://www.lukasbaerfuss.ch
Verlage: Wallstein Verlag
Hartmann & Stauffacher

Seine Werke und Auszeichnungen im Überblick:
Prosa
Die toten Männer. Novelle. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2002
Hundert Tage. Roman. Wallstein, Göttingen 2008
Koala. Roman. Wallstein, Göttingen 2014
Stil und Moral. Essays. Wallstein, Göttingen 2015
Hagard. Roman. Wallstein, Göttingen 2017
Krieg und Liebe. Essays. Wallstein, Göttingen 2018
Contact. Zeichnungen von Michael Günzburger, mit Texten von Lukas Bärfuss, Edition Patrick Frey, Zürich, 2018

Theaterstücke (im Verlag Hartmann & Stauffacher)
Sophokles‘ Oedipus (1998)
Medeää (2000)
Vier Frauen (2000)
Siebzehn Uhr siebzehn (2000)
Othello, kurze Fassung (2001)
Meienbergs Tod (2001)
Die Reise von Klaus und Edith durch den Schacht zum Mittelpunkt der Erde (2001)
august02, Nationalulk (2002)
Vier Bilder der Liebe (2002)
Die sexuellen Neurosen unserer Eltern (2003)
Heinrich IV. (2004)
Alices Reise in die Schweiz (2005)
Der Bus (Das Zeug einer Heiligen) (2005)
Jemand schreit in unseren Rosen (2005)
Amygdala (2007)
Die Probe (Der brave Simon Korach) (2007)
Öl (2009)
Malaga (2010)
Parzival (2010)
Zwanzigtausend Seiten (2012)
Anschlag (2013)
Die schwarze Halle (2013)
Frau Schmitz (2016)
Der Elefantengeist (2018)

Auszeichnungen (Auswahl)
2001 Kulturförderpreis der Stadt Thun
2003 Nachwuchsautor des Jahres der Zeitschrift Theater heute für »Die sexuellen Neurosen unserer Eltern«
2005 Mülheimer Dramatikerpreis für »Der Bus«
2005 Gerrit-Engelke-Preis
2007 Spycher: Literaturpreis Leuk
2008 Mara-Cassens-Preis für »Hundert Tage«
2008 Anna Seghers-Preis (gemeinsam mit Alejandra Costamagna)
2009 Schillerpreis der Schweizerischen Schillerstiftung für »Hundert Tage«
2009 Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis (Sonderpreis) für »Hundert Tage«
2010 Hans-Fallada-Preis der Stadt Neumünster
2011 Kulturpreis Berner Oberland
2013 Berliner Literaturpreis verbunden mit der Heiner Müller-Gastprofessur am Peter-Szondi-Institut der FU Berlin
2014 Solothurner Literaturpreis
2014 Longlist beim Deutschen Buchpreis mit »Koala«
2014 Schweizer Buchpreis für »Koala«
2015 Nicolas-Born-Preis
2016 Johann-Peter-Hebel-Preis
2017 Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse mit »Hagard«
2018 Preis der LiteraTour Nord für sein bisheriges Werk und seinen jüngsten Roman »Hagard«

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Roman Ehrlich bekommt Alfred-Döblin-Medaille 2017

QUELLE: http://www.adwmainz.de

Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz

Geschwister-Scholl-Str. 2 | 55131 Mainz

Roman Ehrlich wird für seine bisherigen literarischen Veröffentlichungen, insbesondere ›Urwaldgäste‹, eine Sammlung von Erzählungen, und für seinen Roman ›Das kalte Jahr‹ mit der Alfred Döblin-Medaille der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz ausgezeichnet.

»Sein Erzählen bewegt sich in den Untiefen der Wirklichkeit,« so die Jury, »es erkundet das Unheimliche, das bei ihm frei von jeder Sensation ist. Und ebenso leuchtet er tastend, fragend, vorwärts denkend und mit minutiöser Sorgfalt das Banale aus. Seine verschachtelten Montagen über Auswanderer, Naturkatastrophen, Gewaltausbrüche und das alltägliche Staunen führen die Leser an Orte der absoluten Einsamkeit. Sie lassen das Erzählte in einer kunstvoll austarierten Schwebe, in Schrecken und Schönheit.«

Die Medaille wird am Dienstag, den 14. März 2017, 18 Uhr, in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur mit einem Grußwort von Staatsminister Konrad Wolf verliehen. Die Laudatio auf den Preisträger hält der Dramatiker, Lyriker und Hörspielautor Wolfram Lotz.

Roman Ehrlich, 1983 geboren, wuchs in Neuburg an der Donau auf. Er studierte am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig und an der Freien Universität Berlin. Er war u.a. Finalist beim 19. open mike und nahm 2013 am Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt teil. Sein Debüt gab er mit dem Roman ›Das kalte Jahr‹ 2013, 2014 folgten die Erzählungen ›Urwaldgäste‹ (beide DuMont). Im März 2017 erscheinen ›Die fürchterlichen Tage des schrecklichen Grauens‹ im S. Fischer Verlag und das ›Theater des Krieges‹ (zusammen mit Michael Disque) bei Spectorbooks in Leipzig. Roman Ehrlich wurde bereits mehrfach ausgezeichnet, 2011 nahm er an der Autorenwerkstatt Prosa des Literarischen Colloquiums Berlin teil; neben einem Stipendium an der Villa Aurora in Los Angeles 2015, erhielt er 2014 den Bremer Literaturpreis (Förderpreis) und den Robert Walser-Preis 2014, sowie 2016 den Ernst Toller-Preis.

Mit der Alfred Döblin-Medaille würdigt die Akademie Autoren für deren erste vielversprechende Veröffentlichungen und ihr bisheriges gesamtes literarisches Wirken. Der Preis ist mit 3.000,- € dotiert. Der Preisträger hat das Vorschlagsrecht für den kommenden Preisträger oder die kommende Preisträgerin in der Form, dass die Akademie drei Vorschläge erwartet, unter denen eine Jury anschließend eine/n Preisträger/in auswählt. Bisherige Preisträger waren 2014 Martin Kordić und 2015 Matthias Nawrat. Mit der Auszeichnung wird an einen der Mitbegründer der Akademie der Wissenschaften und der Literatur erinnert – an Alfred Döblin, dem die Akademie 1949 die Einrichtung einer Klasse der Literatur zu verdanken hat. Der Preis wurde ermöglicht durch eine testamentarische Stiftung des Ehepaares Prof. Dipl.-Ing. Georg und Dr. Margarete Martz.

Die Preisverleihung ist öffentlich, Presse und Interessierte sind herzlich eingeladen.

Büchnerpreis 2016 = Georg-Büchner-Preis 2016 … an Marcel Beyer

QUELLE: http://www.deutscheakademie.de = Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung

Marcel Beyer

Schriftsteller
Geboren 23.11.1965
Mitglied seit 2009

Georg-Büchner-Preis 2016
Laudatio von Anke te Heesen
Dankrede von Marcel Beyer
Urkundentext

Seine Texte widmen sich der Vergegenwärtigung deutscher Vergangenheit mit derselben präzisen Hingabe, mit der sie dem Sound der Jetztzeit nachspüren.

Jurymitglieder
Juryvorsitz: Präsident Heinrich Detering
Vizepräsidenten Aris Fioretos, Wolfgang Klein, Gustav Seibt, Beisitzer László Földényi, Michael Hagner, Felicitas Hoppe, Per Øhrgaard, Ilma Rakusa, Nike Wagner

 

Deutsche Akademie
für Sprache und Dichtung

Glückert-Haus
Alexandraweg 23
64287 Darmstadt

Telefon: +49 (0)6151 4092-0

PREISTRÄGER SEIT 1974. (Der erste wurde bereits 1923 verliehen.)

 

  • 1974: Hermann Kesten (1900–1996)
  • 1975: Manès Sperber (1905–1984)
  • 1976: Heinz Piontek (1925–2003)
  • 1977: Reiner Kunze (* 1933)
  • 1978: Hermann Lenz (1913–1998)
  • 1979: Ernst Meister (1911–1979), postum
  • 1980: Christa Wolf (1929–2011)
  • 1981: Martin Walser (* 1927)
  • 1982: Peter Weiss (1916–1982), postum
  • 1983: Wolfdietrich Schnurre (1920–1989)
  • 1984: Ernst Jandl (1925–2000)
  • 1985: Heiner Müller (1929–1995)
  • 1986: Friedrich Dürrenmatt (1921–1990)
  • 1987: Erich Fried (1921–1988)
  • 1988: Albert Drach (1902–1995)
  • 1989: Botho Strauß (* 1944)
  • 1990: Tankred Dorst (* 1925)
  • 1991: Wolf Biermann (* 1936)
  • 1992: George Tabori (1914–2007)
  • 1993: Peter Rühmkorf (1929–2008)
  • 1994: Adolf Muschg (* 1934)
  • 1995: Durs Grünbein (* 1962)
  • 1996: Sarah Kirsch (1935–2013)
  • 1997: H. C. Artmann (1921–2000)
  • 1998: Elfriede Jelinek (* 1946)
  • 1999: Arnold Stadler (* 1954)
  • 2000: Volker Braun (* 1939)
  • 2001: Friederike Mayröcker (* 1924)
  • 2002: Wolfgang Hilbig (1941–2007)
  • 2003: Alexander Kluge (* 1932)
  • 2004: Wilhelm Genazino (* 1943)
  • 2005: Brigitte Kronauer (* 1940)
  • 2006: Oskar Pastior (1927–2006), postum
  • 2007: Martin Mosebach (* 1951)
  • 2008: Josef Winkler (* 1953)
  • 2009: Walter Kappacher (* 1938)
  • 2010: Reinhard Jirgl (* 1953)
  • 2011: Friedrich Christian Delius (* 1943)
  • 2012: Felicitas Hoppe (* 1960)
  • 2013: Sibylle Lewitscharoff (* 1954)
  • 2014: Jürgen Becker (* 1932)
  • 2015: Rainald Goetz (* 1954)
  • 2016: Marcel Beyer (* 1965)