HOTLIST 2019 /// die letzten 30 Titel = SHORTLIST

1. Alibri Verlag (Aschaffenburg)

Franz Josef Wetz: Tot ohne Gott

Erzählendes Sachbuch

ISBN 978-3-86569-249-8

 

2. Berenberg Verlag (Berlin)

Carla Maliandi: Das deutsche Zimmer

Roman

ISBN 978-3-946334-59-0

 

3. bilgerverlag (Zürich)

Patrick Deville: Taba-Taba

Roman

ISBN 978-3-03762-077-9

 

4. Carl Ueberreuter Verlag (Wien)

Marietta Deix (Hg.):

Forever Deix – Der Jubelband

Das besondere Buch

ISBN 978-3-8000-7717-5

 

5. cass verlag (Bad Berka)

Natsu Miyashita: Der Spielplatz der Götter

Erzählendes Sachbuch

ISBN 978-3-944751-21-4

 

6. CulturBooks (Hamburg)

Helen Oyeyemi: Was du nicht hast,

das brauchst du nicht

Erzählungen

ISBN 978-3-95988-103-6

 

7. Das Kulturelle Gedächtnis (Berlin)

Tobias Roth, Moritz Rauchhaus: Wohl bekam’s

Sammlung

ISBN 978-3-946990-23-9

 

8. Drachenhaus Verlag (Esslingen)

Jing Bartz, Shi Zhanjun (Hg.): Stadtleben

Kurzgeschichten

ISBN 978-3-943314-53-3

 

9. Droschl (Graz)

Eva Maria Leuenberger: Dekarnation

Gedichte

ISBN 978-3-99059-036-2

 

10. edition 8 (Zürich)

Pedro Badrán:

Der Mann mit der magischen Kamera

Roman

ISBN 978-3-85990-359-3

 

11. edition karo (Berlin)

Gundula Schiffer:

Tirza Atar – Wenn alles berührt

Erzählende Biografie

ISBN 978-3-945961-09-4

 

12. Edition Nautilus (Hamburg)

Jakuta Alikavazovic:

Das Fortschreiten der Nacht

Roman

ISBN 978-3-96054-098-4

 

13. Edition Rugerup (Berlin)

Ruth Lillegraven: Sichel

Langgedicht

ISBN 978-3-942955-75-1

 

14. Elif Verlag (Nettetal)

Sigurður Pálsson:

Gedichte erinnern eine Stimme

Gedichte

ISBN 978-3-946989-16-5

 

15. Elsinor Verlag (Coesfeld)

Anthony Burgess: Jetzt ein Tiger

Roman

ISBN 978-3-942788-43-4

 

16. Guggolz Verlag (Berlin)

Boris Poplawski: Apoll Besobrasow

Roman

ISBN 978-3-945370-19-3

 

17. Haymon Verlag (Innsbruck)

Oleksij Tschupa:

Märchen aus meinem Luftschutzkeller

Roman

ISBN 978-3-7099-7253-3

 

18. Ink Press (Zürich)

Toma Markov: Luizza Hut

Roman

ISBN 978-3-906811-10-9

 

19. Luftschacht Verlag (Wien)

Eivind Hofstad Evjemo: Vater, Mutter, Kim

Roman

ISBN 978-3-903081-37-6

 

20. Merlin Verlag (Gifkendorf)

Boualem Sansal:

Der Zug nach Erlingen

oder die Verwandlung Gottes

Roman

ISBN 978-3-87536-333-3

 

21. Querverlag (Berlin)

Dennis Stephan: In mir ein Ozean

Roman

ISBN 978-3-89656-281-4

 

22. salomo publishing (Dresden)

Jens-Uwe Sommerschuh: Tarantella

Roman

ISBN 978-3-941757-93-6

 

23. Schöffling & Co. (Frankfurt am Main)

Berit Glanz: Pixeltänzer

Roman

ISBN 978-3-89561-192-6

 

24. Secession (Zürich)

Anne Frank: Liebe Kitty

Briefroman

ISBN 978-3-906910-62-8

 

25. Ulrike Helmer Verlag

(Roßdorf b. Darmstadt)

Laura Lay: Flamingofeuer

Roman

ISBN 978-3-89741-426-6

 

26. Verlagshaus Berlin (Berlin)

Carl-Christian Elze:

langsames ermatten im labyrinth

Gedichte

ISBN 978-3-945832-28-8

 

27. Voland & Quist (Berlin)

Frank Rudkoffsky: Fake

Roman

ISBN 978-3-86391-243-7

 

28. Wagenbach (Berlin)

Fernanda Melchor: Saison der Wirbelstürme

Roman

ISBN 978-3-8031-3307-6

 

29. Wallstein Verlag (Göttingen)

Teresa Präauer: Tier werden

Essay

ISBN 978-3-8353-3337-6

 

30. weissbooks.w (Frankfurt am Main)

Lennardt Loß:

Und andere Formen menschlichen Versagens

Roman

ISBN 978-3-86337-175-3

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Bachmannpreis 2019 für Birgit Birnbacher, andere Preise an Leander Fischer, Julia Jost, Yannic Han Biao Federer und Ronya Othmann

QUELLE: bachmannpreis.orf.at

Bachmannpreis 2019 für Birgit Birnbacher

Der Bachmannpreis geht in diesem Jahr an Birgit Birnbacher. Leander Fischer bekommt den Deutschlandfunkpreis. Julia Jost nimmt den KELAG-Preis mit nach Hause. Der 3sat-Preis geht an Yannic Han Biao Federer. Das Publikum stimmte beim BKS-Bank-Preis für Ronya Othmann.

Der heißeste Bachmannpreis aller Zeiten – teilweise hatte es in Klagenfurt 38 Grad Celsius – fand am Sonntag seinen Höhepunkt. Fünf Preise wurden vergeben, die vier Jurypreise brauchten alle eine Stichwahl. Insgesamt sind drei Österreicher unter den fünf Preisträgern. Zwei Autoren sind aus Deutschland.

Gmünder: „Knisternd und aufrührend“

Die Österreicherin Birgit Birnbacher gewann mit dem Text „Der Schrank“. Es geht hier um eine soziologische Studie, eine an dieser Studie Teilnehmende und das plötzliche Erscheinen eines Schrankes. Die Laudatio für Birgit Birnbacher hielt Stefan Gmünder, er nannte die Sprache knisternd, sie rühre auf. „Plötzlich steht ein Biedermeierschränkchen im Haus, alles im Text dreht sich um eine 36-Jährige, die im Prekariat lebt.“ Ohne Winke mit dem Zaunpfahl erzähle der Text vom Lebenskampf, von Ferne klinge Samuel Becketts Endspiel an.

Birnbacher sagte in einer ersten Reaktion: „Unglaublich. Der Preis bedeutet uns allen viel, darum sind wir auch hier. Es ist eine besondere Runde, so habe ich das erlebt. Es sind viele da, die den Preis verdient hätten.“

Preisvergabe on demand

Deutschlandfunkpreis für Leander Fischer

Der Deutschlandfunkpreis ging nach einer Stichwahl zwischen dem deutschen Autor Yannic Han Biao Federer und dem Österreicher Leander Fischer an Fischer. Er las den Text „Nymphenverzeichnis Muster Nummer eins Goldkopf“, in dem Musik mit Fliegenfischen verschwimmt.

Hubert Winkels sagte in seiner Rede, er freue sich sehr, da er ja auch vom Deutschlandfunk komme. Der Titel sei sperrig, und es sei auch eine der sperrigsten Arbeiten, Köder für das Fliegenfischen zu knüpfen. „Da erfahren wir ausführlicher davon, als wir jemals wollten.“ Doch der Text schaffe es, Stück für Stück beim Zusammensetzen langsam das Vergnügen am Fertigen eines Kunstwerks zu vermitteln. Der Protagonist ist Musiklehrer, doch kein Violinkonzert könne schöner sein, als das Knüpfen der Köder.

KELAG-Preis an Julia Jost

Auch beim dritten Preis gab es eine Stichwahl, diesmal zwischen der in Kärnten geborenen Julia Jost und dem Deutschen Yannic Federer. Wie beim Deutschlandfunkpreis hing die letzte Entscheidung an Klaus Kastberger, es gewann die gebürtige Kärntnerin Julia Jost mit ihrem Text „Schakaltal“.

Klaus Kastberger sagte in seiner Laudatio, noch hätten in Kärnten nicht alle Täler den richtigen Namen. Jost zeige in ihrem Text, wie ein solcher Bezeichnungsvorgang heute fiktional von statten gehen könnte. So werde aus dem Bärental oder einem ähnlichen das Schakaltal, nach dem Schrei einer Mutter, die um ihr Kind trauert. „Es ist eine Kindergeschichte, die die Auseinandersetzung mit der braunen Vergangenheit neu führt und mit neuen Mitteln erweitert.“

3sat-Preis für Yannic Han Biao Federer

Und auch beim vierten Preis gab es eine Stichwahl, in diesem Fall zwischen Yannic Han Biao Federer und Daniel Heitzler. Es gewann Federer. Auch hier gab Klaus Kastberger den Ausschlag. Er las auf Einladung von Hildegard Keller den Text „Kenn ich nicht“. In ihrer Laudatio sagte Keller, der Text berühre, weil er eine Trennungsgeschichte radikal von außen erzähle. „Der Autor kippt in die Geschichte, seine Freunde geben ihm immer wieder neue Namen. Bei diesem Gestöber von Alter Egos findet Trauerarbeit statt, das könnte man fast übersehen.“

BKS-Bank-Publikumspreis für Ronya Othmann

Das Onlinevoting am Samstag konnte die deutsche Autorin Ronya Othmann mit ihrem Text „Vierundsiebzig“ über den Völkermord der Jesiden für sich entscheiden. Die Jury diskutierte weniger über die Qualität des Textes als darüber, wie man über Unsägliches schreiben und wie man darüber urteilen könne.

BER-Flughafen-Krimi von Peter Kaiser erscheint am 28. Mai

Peter Kaiser hat zum Ende Mai 2018 einen Krimi vorgelegt, der sich explizit mit dem Flughafen Berlin-Brandenburg, mit dem BER befasst. Die Handlung baut sich um das Thema Geld und um die Baulichkeiten des BER herum, spielt aber bei Israelis in Berlin und in Israel selbst, hat viel mit Korea und Koreanern zu tun und ist im Hauptsächlichen in Berlin „gesettelt“.

Der Ermittler trägt den Vornamen Adrian, aber den Nachnamen „Schmith“, was sich evtl. als Kombi aus Schmidt und Smith verstehen lassen könnte. Außerdem ist dieser Addi ein großer Ermittler mit eigenem Büro, die „Agentur für individuelle Lösungen“. Sitz: Berlin-Tempelhof.

Dieses Büro aber hat er nur eröffnet, weil er allein von seinen Beiträgen als Hörfunk-Journalist für das Kultur-Radio nicht leben kann. Addi ist also ein Schnüffler, der eher mit den Ohren schnüffelt. Ein Hörfunk-Ermittler.

Vielleicht ist Adrian Schmith der erste Hörfunk-Ermittler der Krimigeschichte. Leider nutzt ihm das nichts, wenn er Aufträge zu vollführen hat. Da muss er dann auch unangenehme Dinge tun. Nicht immer sind es Scheidungen, oh nein.

Eine Regina Lobeck kommt zu Addi. Sie will die Fahndung nach dem verschwundenen BER-Controller Itay Teichmann.

Regina Lobeck ist die Itay-Teichmann-Lebensgefährtin, die (oh Zufall!) auch beim BER als Controllerin beschäftigt ist.

Doch Itay, der Regina Lobeck 250.000 Euro vor seinem Verschwinden noch gab, Geld, das mit dem BER zusammenhängt, ist weder beim jüdischen Bäcker, dem Friedhof in Weißensee, im Schachklub des TuS Makkabi noch sonstwo in der israelischen Community in Berlin. „Addi“ fliegt nach Tel Aviv. Hier häufen sich die Indizien, das etwas Großes, sehr Gemeines am BER läuft.

Wer hat tatsächlich am BER das Sagen? Was wollen diese Koreaner, die immer mehr ins Blickfeld des Ermittlers treten? Und welche Rolle spielt bei allem die laszive Regina Lobeck, die irgendwie ein falsches Spiel um den BER mit Addi zu treiben scheint?

Immer tiefer dringt Adrian Schmith in den BER-Sumpf ein, bald führen ihn diese Ermittlungen direkt zum Innenbereich der vermeintlichen BER-Baustelle. Und „Addi“ erkennt: Bloßer Pfusch am Bau regt in der deutschen Hauptstadt niemanden mehr auf. Hier aber geht es um weit mehr …

Ein runder Krimi. Alles dreht sich auf der Plattform BER, eine Plattform für Skandale, eine Plattform für Kriminalgeschichten. Flughäfen sind nämlich kein Spaß, schon ja nicht welche, die ewig im Bau sind.

Peter Kaiser: Tief unten. Tief im Flughafen. Tief im BER.

Ein Fall für den Hörfunk-Ermittler Adrian Schmith aus der Tempelhofer Schokoladenfabrik

ISBN 978-3-96290-003-8

PREISTRÄGERIN 2018 Leipzig: Esther Kinsky: „Hain. Geländeroman“ – sowie Schögel, Stöhr und Durkot

Preisträger 2018

Der Preis der Leipziger Buchmesse 2018 ging an

Belletristik:
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Esther Kinsky: „Hain. Geländeroman“
(Suhrkamp Verlag)

Sachbuch/Essayistik:
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Karl Schlögel: „Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt“
(Verlag C.H.Beck)

Übersetzung:
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Sabine Stöhr und Juri Durkot: übersetzten aus dem Ukrainischen: Serhij Zhadan: Internat
(Suhrkamp Verlag)

Sind da: Die Nominierten des Preis der Leipziger Buchmesse 2018

Die Nominierten des Preis der Leipziger Buchmesse 2018

Das sind die preisverdächtigen Autoren und Übersetzer dieses Jahres.

QUELLE: Leipziger Buchmesse, 8.2.2018

 

 

Nominierte in der Kategorie Belletristik

  • Isabel Fargo Cole: „Die grüne Grenze“ (Edition Nautilus)
  • Anja Kampmann: „Wie hoch die Wasser steigen“ (Carl Hanser Verlag)
  • Esther Kinsky: „Hain. Geländeroman“ (Suhrkamp)
  • Georg Klein: „Miakro“ (Rowohlt)
  • Matthias Senkel: „Dunkle Zahlen“ (Matthes & Seitz)

Nominierte in der Kategorie Sachbuch/Essayistik

  • Martin Geck: „Beethoven. Der Schöpfer und sein Universum“ (Siedler Verlag)
  • Gerd Koenen: „Die Farbe Rot. Ursprünge und Geschichte des Kommunismus“ (C. H. Beck)
  • Andreas Reckwitz: „Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne“ (Suhrkamp)
  • Bernd Roeck: „Der Morgen der Welt. Geschichte der Renaissance“ (Historische Bibliothek der Gerda Henkel Stiftung, C. H. Beck)
  • Karl Schlögel: „Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt“ (Edition der Carl Friedrich von Siemens Stiftung, C. H. Beck)

Nominierte in der Kategorie Übersetzung

  • Robin Detje: übersetzte aus dem Amerikanischen „Buch der Zahlen“ von Joshua Cohen (Schöffling
  • Olga Radetzkaja: übersetzte aus dem Russischen „Sentimentale Reise“ von Viktor Schklowskij (Die Andere Bibliothek)
  • Sabine Stöhr und Juri Durkot: übersetzten aus dem Ukrainischen „Internat“ von Serhij Zhadan (Suhrkamp)
  • Michael Walter: übersetzte aus dem Englischen die „Werksausgabe“ in drei Bänden von Laurence Sterne (Galiani)
  • Ernest Wichner: übersetzte aus dem Rumänischen „Oxenberg und Bernstein“ von Catalin Mihuleac (Paul Zsolnay Verlag)

Der Preis der Leipziger Buchmesse wird am 15. März 2018 um 16 Uhr in der Glashalle der Leipziger Messe vergeben. Die Preisverleihung kann im Livestream unter verfolgt werden.

Über den Preis: Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis der Leipziger Buchmesse ehrt seit 2005 herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung. Der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig unterstützen den Preis der Leipziger Buchmesse. Partner des Preises ist das Literarische Colloquium Berlin. Unter dem Vorsitz von Kristina Maidt-Zinke entscheiden die Jury-Mitglieder Maike Albath, Alexander Cammann, Gregor Dotzauer, Burkhard Müller, Jutta Person und Wiebke Porombka über die Vergabe des Preises der Leipziger Buchmesse 2018.

Tobias Julian Stein schreibt den wichtigen und modernen Aachen-Roman „Aachen Unlimited“

T. J. Stein ist bei Aachen aufgewachsen, lebt heute in Aachen, hat eben dort studiert, ist kurz vor dem Doktorabschluss … und kennt die Szene der Universitätsstadt sehr genau. Sein Buch „Aachen Unlimited“ ist nicht umsonst mit der Zusatzzeile versehen: „Der ultimative Studentenroman aus dem äußersten Westen.“

Wir finden Aachen vor, wie wir es bislang nicht kannten. Da sind die Studenten aus so vielen Ländern der Welt, sie alle konzentrieren sich um die Universität, zum Beispiel um die Bibliothek, dann bekannte Ausläufer wie die Pontstraße mit unendlich vielen Lokalen und Imbissen. Zudem gibt es noch die Leute ohne Studium, ohne direkten Bezug zur Uni, die sich auch dort tummeln, zum Beispiel, weil es einen wichtigen Club dort gibt, oder ein Fitnesstudio.

Tobias Julian Stein begleitet 9 Personen am Tag des 30. April bis hinein in den 1. Mai, wo alle auf große Partys hoffen, auf Erlösung, auf Liebschaften, auf Ablenkung. Zudem sind noch viele weitere Menschen in diese genaue Beobachtung eingewoben.

So entdecken die Aachener und alle Nicht-Aachener die Stadt neu. Da gibt es auch den Obdachlosen, die rumänische Jung-Prostituierte, den Paketzentralenhilfarbeiter. Sie werden sich so oder so begegnen. Der mit ihr, sie mit dem, usw. Es ist wie ein Reigen von unterschiedlichsten Menschen, aber dann in der Aachener City hochkonzentriert und verdichtet in der / für die Mainacht.

Der Autor schaut genau hin, er belauscht die Sprache derer, seltsame Laute, Stakkato-Sätze, Rap, banale Dialoge, hochtiefschürfende Gespräche. Das ist schon eine Kunst, wie er all das einfängt, als Wahrheit von Aachen, auch als Wahrheit des Menschen in einer Stadt wie Aachen, und dann in diesem Roman zusammenbringt.

Aachen Unlimited, auch wenn der Roman vor allem im studentischen Milieu spielt, ist ein Buch, was eigentlich jeder Aachener, jede Aachenerin kennen sollte, solange sie sich (noch) für die Identität der Stadt interessiert. Hier erfährt man endlich mal, was alles passiert, wenn die Leute in der Pontstraße und anderswo zusammenglucken. Jetzt weiß man, wie sich Erasmus-Studenten wirklich fühlen. Und auch welche Karrieren angestrebt beziehungsweise angedacht werden, darf man hier auf dem Wege der höchst gelungenen Literatur lesen.

Ein absolutes Aachen-Buch als moderner Stadt-Roman, der sich dennoch gut lesen lässt. (Jeder Soziologe düfte sich angesichts dieses Buches die Finger reiben. Denn besser kann man kaum darstellen, wie unterschiedlich die Menschen ticken, und wie ähnlich sie sich dann schlussendlich auch noch sind.) AACHEN UNLMITED.

Robert Menasse = Deutscher Buchpreis 2017 = Roman „Die Hauptstadt“

Robert Menasse erhält den Deutschen Buchpreis 2017
für seinen Roman „Die Hauptstadt“

Börsenverein zeichnet den deutschsprachigen Roman des Jahres
aus / Preisverleihung im Frankfurter Römer vor 300 Gästen

Der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2017 ist Robert Menasse. Er erhält die
Auszeichnung für seinen Roman „Die Hauptstadt“ (Suhrkamp).

Die Begründung der Jury:
„Das Humane ist immer erstrebenswert, niemals zuverlässig gegeben: Dass dies
auch auf die Europäische Union zutrifft, das zeigt Robert Menasse mit seinem
Roman ‚Die Hauptstadt‘ auf eindringliche Weise. Dramaturgisch gekonnt gräbt
er leichthändig in den Tiefenschichten jener Welt, die wir die unsere nennen.
Und macht unter anderem unmissverständlich klar: Die Ökonomie allein, sie
wird uns keine friedliche Zukunft sichern können. Die, die dieses
Friedensprojekt Europa unterhöhlen, sie sitzen unter uns – ‚die anderen‘, das
sind nicht selten wir selbst. Mit ‚Die Hauptstadt‘ ist der Anspruch verwirklicht, den Robert Menasse an sich selbst gestellt hat: Zeitgenossenschaft ist darin literarisch so realisiert, dass sich Zeitgenossen im Werk wiedererkennen und Nachgeborene diese Zeit besser verstehen werden.“

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2017 gehören an: Silke Behl (Radio
Bremen), Mara Delius (Die Welt), Christian Dunker (autorenbuchhandlung
berlin), Katja Gasser (Österreichischer Rundfunk), Maria Gazzetti (Casa di
Goethe, Rom), Tobias Lehmkuhl (freier Kritiker, Berlin) und Lothar Schröder
(Rheinische Post).

„Wie schaffen wir es in der heutigen Zeit, Menschen mit Büchern zu erreichen?
Indem wir Literatur über eine Vielzahl an Kanälen ins Gespräch bringen. Den
Austausch über Literatur zu fördern, Debatten und Gespräche anzuregen, das ist
der Grundgedanke des Deutschen Buchpreises. Seit dreizehn Jahren macht er
erfolgreich aktuelle Romane zum Thema“, sagte Heinrich Riethmüller, Vorsteher
des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, heute bei der Preisverleihung.

Für die Auszeichnung waren außerdem nominiert: Gerhard Falkner (Romeo oder
Julia, Berlin Verlag), Franzobel (Das Floß der Medusa, Paul Zsolnay), Thomas Lehr (Schlafende Sonne, Carl Hanser), Marion Poschmann (Die Kieferninseln,
Suhrkamp) und Sasha Marianna Salzmann (Außer sich, Suhrkamp).

Robert Menasse erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten
erhalten jeweils 2.500 Euro. Der Preisträger wurde in mehreren Auswahlstufen
ermittelt. Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 200 Titel
gesichtet, die zwischen Oktober 2016 und dem 12. September 2017 erschienen
sind. Aus diesen Romanen wurde eine 20 Titel umfassende Longlist
zusammengestellt. Daraus haben die Jurorinnen und Juroren sechs Titel für die
Shortlist gewählt.

Mit dem Deutschen Buchpreis 2017 zeichnet die Börsenverein des Deutschen
Buchhandels Stiftung zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den
deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Förderer des Deutschen Buchpreises
ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse
und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen
Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

Unter http://www.deutscher-buchpreis-blog.de veröffentlichen die „Buchpreisblogger“
Rezensionen zu allen Titeln der Longlist sowie Hintergrundinformationen und
kritische Debattenbeiträge. Mehr ist auf der Facebook-Seite des Deutschen
Buchpreises und unter dem Hashtag #dbp17 zu finden.

Exklusive englische Übersetzungen von Leseproben der sechs Shortlist-Titel sowie
ein englischsprachiges Dossier stehen unter http://www.new-books-in-german.com
bereit.

Weitere Informationen und Termine des Preisträgers rund um die Frankfurter
Buchmesse können abgerufen werden unter http://www.deutscher-buchpreis.de.

Frankfurt am Main, 9. Oktober 2017

Kontakt für die Medien:

Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
Thomas Koch, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon +49 (0) 69 1306-293, E-Mail: t.koch ÄTT boev.de
Cathrin Mund, PR-Managerin
Telefon +49 (0) 69 1306-292, E-Mail: mund ÄTT boev.de