HOTLIST-Preise 2015 an kookbooks (für Monika Rinck) und Verbrecher Verlag (für Anke Stelling)

>>Hauptpreis: KOOKBOOKS

Melusine-Huss-Preis: Verbrecher Verlag

Der Preis der Hotlist 2015 geht an den Verlag kookbooks für Monika Rincks Essays „Risiko und Idiotie“. Er ist mit 5000 Euro dotiert.

Zusätzlich vergaben Buchhändlerinnen und Buchhändler den Melusine-Huss-Preis, der in diesem Jahr an den Verbrecher Verlag für Anke Stellings Roman „Bodentiefe Fenster“ geht und mit einem Druckgutschein der Druckerei Theiss im Wert von 4000 Euro dotiert ist.

Verliehen wurden die Preise am 16. Oktober 2015 im Literaturhaus Frankfurt.

Die Begründung der Jury für den Hauptpreis:

„Die als Lyrikerin bekannte Monika Rinck legt einen Essayband vor, in dem sie den Möglichkeiten des Verstehens von Dichtung, von Kunst überhaupt nachforscht. Rinck stellt darin Gewissheiten infrage und umkreist die Kerne ihrer Themen. Dazu gehört vor allem das Spannungsverhältnis der Schriftstellerin in der Gesellschaft. Ihre Überlegungen sind nicht eingängig, erschließen sich nicht auf den ersten Blick, doch wer sich darauf einlässt, wird mit überraschenden Einsichten, mit Perspektivwechseln und spielerischen Denkbewegungen belohnt. Es begegnet uns hier eine Autorin, die sich aussetzt und einmischt – mit allen ihren Widersprüchen und auf der Höhe der Zeit. Rincks Essays haben einen ganz eigenen Ton, deutlich ist ihnen anzumerken, dass hier eine Dichterin spricht. Ihre Texte durchkreuzen absichtlich Erwartungshaltungen, sie sind Denkabenteuer: witzig, philosophisch, verstiegen, aber immer anregend.

Kookbooks – der Verlag, in dem die Essays wie auch mehrere Lyrikbände von Monika Rinck erschienen sind – wurde 2003 gegründet und hat sich in zwölf Jahren zu einem der wichtigsten jungen Verlage entwickelt. Risikofreudig und innovativ, professionell und mutig hat er sich insbesondere der Lyrik verschrieben. Überzeugend ist die grafische Gestaltung der Bücher von Andreas Töpfer. Seine Schutzumschlag-Grafiken – eigentliche Kunstwerke – harmonieren hervorragend mit dem gesamten Verlagsprogramm und bringen die avantgardistischen Inhalte gut zur Geltung.“

Die Hotlist-Jury 2015: Alexandra von Arx, Osama Ishneiwer, Harald Klauhs, Michael Sacher, Dorothea von Törne<<

QUELLE. http://www.hotlist-online.com/

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Frank Witzel – Deutscher Buchpreis 2015 – Begründung der Jury

>>Preisträger 2015

Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

Gudrun Ensslin eine Indianersquaw aus braunem Plastik und Andreas Baader ein Ritter in schwarzglänzender Rüstung – die Welt des kindlichen Erzählers, der den Kosmos der alten BRD wiederauferstehen lässt, ist nicht minder real als die politischen Ereignisse, die jene Jahre in Atem halten und auf die sich der 13-Jährige seinen ganz eigenen Reim macht. Erinnerungen an das Nachkriegsdeutschland, Ahnungen vom Deutschen Herbst und Betrachtungen der aktuellen Gegenwart entrücken ihn dabei immer weiter seiner Umwelt. Es entsteht ein Kaleidoskop aus Stimmungen einer Welt, die ebenso wie die DDR 1989 Geschichte wurde.

Begründung der Jury

„Frank Witzels Werk ist ein im besten Sinne maßloses Romankonstrukt. Erzählt wird die Geschichte eines Jungen aus der hessischen Provinz, der sich im Alter von dreizehneinhalb auf der Schwelle zum Erwachsenwerden befindet. In diese Geschichte eingewoben ist das politische Erwachen der alten Bundesrepublik, die beginnt, sich  vom Muff der unmittelbaren Nachkriegszeit zu befreien. Diese Ära des Umbruchs wird heraufbeschworen in disparaten Episoden, die unterschiedlichste literarische Formen durchspielen, vom inneren Monolog über die Action-Szene oder das Gesprächsprotokoll bis zum philosophischen Traktat. Der Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ ist in seiner Mischung aus Wahn und Witz, formalem Wagemut und  zeitgeschichtlicher Panoramatik einzigartig in der deutschsprachigen Literatur. Frank Witzel begibt sich auf das ungesicherte Terrain eines spekulativen Realismus. Mit dem Deutschen Buchpreis wird ein genialisches Sprachkunstwerk ausgezeichnet, das ein großer Steinbruch ist, ein hybrides Kompendium aus Pop, Politik und Paranoia.“<<

QUELLE:

DAS BUCH ERSCHEINT BEI VERLAG MATTHES & SEITZ

Clemens J. Setz (Schriftsteller) erhält den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis 2015

Clemens J. Setz erhält den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2015

2015 bestand die Jury aus:

Prof. Dr. Gerd Biegel (Präsident der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V.), Alexander Cammann (DIE ZEIT), Thomas Geiger (Literarisches Colloquium Berlin), Dr. Anja Hesse(Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig), Sandra Kegel (FAZ), Kristina Maidt-Zinke (freie Kritikerin), Dr. Michael Schmitt (3sat), Prof. Dr. Renate Stauf (Germanistisches Institut, TU Braunschweig), Dr. Hubert Winkels (Deutschlandfunk)

Der diesjährige Preisträger ist Clemens J. Setz mit seinem Werk „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“.

Der Wilhelm Raabe-Literaturpreis wird am 1. November 2015 vergeben.

Der mit 30.000,- € dotierte Wilhelm Raabe-Literaturpreis, gestiftet von Stadt Braunschweig und Deutschlandfunk, geht an Clemens J. Setz für seinen Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“ (erschienen 2015 im Suhrkamp Verlag).

Der Oberbürgermeister der Stadt Braunschweig, Ulrich Markurth, und der Intendant von Deutschlandradio, Dr. Willi Steul, stimmten dem Vorschlag der Jury zu.

Die Jury des Wilhelm Raabe-Literaturpreises, die am 1. Oktober tagte, setzt sich in diesem Jahr zusammen aus Prof. Dr. Gerd Biegel (Präsident der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V.), Alexander Cammann (DIE ZEIT), Thomas Geiger (Literarisches Colloquium Berlin), Dr. Anja Hesse (Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig), Sandra Kegel (FAZ), Kristina Maidt-Zinke (freie Kritikerin), Dr. Michael Schmitt (3sat), Prof. Dr. Renate Stauf (Germanistisches Institut, TU Braunschweig), und Dr. Hubert Winkels (Deutschlandfunk).

Die Begründung der Jury lautet:
„Unsere Gegenwart ist noch verrückter, als wir ohnehin glauben. Und es gibt die andere, verborgene und faszinierende Seite unserer scheinbaren Normalität – wir müssen nur genau hinschauen. Das zeigt Clemens J. Setz mit seinem 1000-seitigen Roman „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“. Hier entwirft der 33-jährige österreichische Autor eine neue, verstörende und zugleich hochkomische Dimension unserer Realität – von der man am Ende nicht weiß, ob sie den Kern unseres Daseins ausmacht.

Die einundzwanzigjährige Natalie wird in einem Wohnheim für Behinderte Betreuerin von Alexander Dorm, der im Rollstuhl sitzt und einst als frauenfeindlicher Stalker die Ehe von Christoph Hollberg und dessen Frau zerstört hat. Hollberg allerdings besucht nunmehr den Täter Dorm wöchentlich, und es entsteht eine eigentümlich schillernde Beziehung, zwischen perverser Abhängigkeit und subtiler Quälerei. Will sich Hollberg rächen? Natalie hat diesen Verdacht.

Mit großem Sprachwitz entwirft der universal gebildete Autor einen Thriller, mit zahllosen Bezügen sowohl zur Hoch- als auch Populärkultur, spielerisch werden Erzählarten integriert und Realitätsversionen ausprobiert. Sämtliche Wissensfelder scheinen hier zusammenzuströmen und neu abgemischt zu werden. Und Setz führt mitten hinein in zentrale Fragen unsere Gegenwart: was ist krank und was ist normal, was real, was eingebildet, was ist menschlich, was ist technisch, wo verschwimmen die Grenzen zwischen beiden? Organisches und Mechanisches werden verschränkt – Technik und Natur vermählen sich. Selbst die Menschenhelferin Natalie sprengt mit ihren kalt exerzierten Leidenschaften alle herkömmlichen Maßstäbe, so wie das gesamte Buch es tut.

Wie in seinen bisherigen Büchern und Essays erweist sich Clemens Setz auch in diesem Roman als phantastischer avantgardistischer Welterfinder. Mit einer Ästhetik der Drastik unterläuft er moralische Üblichkeiten, alles Eindeutige und Erwartbare. Und das erwartbar Provokative gleich mit. Die Gegenwart erscheint einem neu und anders nach der Lektüre: Das Verrückte ist normal, das Normale verrückt. Und manchmal rührt es direkt ans Herz, wie verrutscht der Mensch in seiner selbstgeschaffenen Welt ist.“

Oberbürgermeister Ulrich Markurth und der Intendant Dr. Willi Steul überreichen Clemens J. Setz den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2015 am 1. November im Rahmen eines Matinee-Festaktes im Kleinen Haus des Braunschweiger Staatstheaters.

Der Preisträger wird außerdem bei der Langen Nacht der Literatur am 31. Oktober lesen, ebenfalls im Kleinen Haus des Staatstheaters. Karten für diese Veranstaltung sind an den Kassen des Staatstheaters erhältlich.

Der Wilhelm Raabe-Literaturpreis wird jährlich vergeben und würdigt einen aktuellen, zeitgenössischen Roman. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Rainald Goetz, Jochen Missfeldt, Ralf Rothmann, Wolf Haas, Katja Lange-Müller, Andreas Maier, Sibylle Lewitscharoff, Christian Kracht, Marion Poschmann und Thomas Hettche.

QUELLE:
Stadt Braunschweig, Dezernat für Kultur und Wissenschaft, Fachbereich Kultur
Abteilung Literatur und Musik
Raabe-Haus:Literaturzentrum
Schlossplatz 1
38100 Braunschweig

Schweizer Buchpreis 2015 – Die 5 Nominierten

Die Begründung
Für den Schweizer Buchpreis 2015 wurden 90 Titel eingereicht. Die fünf Titel der Shortlist „bringen aktuelle gesellschaftliche Problemlagen – die eigene Erfahrung des Anderen, Inter-Nationalität und Erinnerung – eindringlich zur Sprache“, sagt die Jury-Sprecherin Corina Caduff. Dean plädiert mit seinen Essays über das Fremde dafür, dieses nicht zum Verschwinden zu bringen, indem man es sich zu eigen macht. Grigorcea und Kureyshi, aufgewachsen in Bukarest bzw. Prizren, erzählen von Orten zwischen den Ländern und den Sprachen und von der Schweiz als Immigrationsland. Schweikert befragt das geschichtliche Gedächtnis mit einem Schweizer Zeitroman, der bis zum Zweiten Weltkrieg zurückreicht, und Schwitter inszeniert autobiografische Erinnerung in Form einer eigenwilligen Liebesrecherche. „Die sprachliche und thematische Gestaltung dieser Romane und Essays haben uns überzeugt“, so Caduff.

Die Nominierten
Martin R. Dean: „Verbeugung vor Spiegeln“ (Jung und Jung Verlag)
Dana Grigorcea: „Das primäre Gefühl der Schuldlosigkeit“ (Dörlemann Verlag)
Meral Kureyshi: „Elefanten im Garten“ (Limmat Verlag)
Ruth Schweikert: „Wie wir älter werden“ (S. Fischer Verlag)
Monique Schwitter: „Eins im Andern“ (Literaturverlag Droschl)

QUELLE: http://www.schweizerbuchpreis.ch

Deutscher Buchhandlungspreis an 108 Händler — 3 mal Titel „beste Buchhandlung“ vergeben

Am Abend 17.9.2015 sind in der Frankfurter Niederlassung der Deutschen Nationalbibliothek die Inhaber von 108 Buchhandlungen mit dem Deutschen Buchhandlungspreis ausgezeichnet worden.

Dreimal wurde das höchste Gütesiegel  „beste Buchhandlung“ verliehen.

Die  verbundene Prämie von jeweils 25 000 Euro geht an:

  • Artes Liberales – Buchladen, Heidelberg
  • Literatur Moths, München
  • Buchhandlung Rote Zora, Merzig

Mit jeweils 15 000 Euro wurden fünf „besonders herausragende Buchhandlungen“ bedacht:

  • Wist – Der Literaturladen, Potsdam
  • Buchladen am Freiheitsplatz, Hanau
  • Buchhandlung Backhaus, Aachen
  • BuchHaus Loschwitz, Dresden
  • Jenaer Bücherstube, Jena

Die übrigen 100 Sortimente erhielten die Auszeichnung in der mit 7000 Euro dotierten Grundkategorie.

Insgesamt wurden 850.000 Euro aus dem Topf von Kulturstaatsministerin Monika Grütters verteilt.

Mit dem Preis soll laut Ausschreibung „ein Zeichen für den Erhalt eines flächendeckenden Netzes an Buchhandlungen in Deutschland“ gesetzt werden. Bewerben konnten sich Sortimente mit einem Jahresumsatz bis zu 1 Mio Euro.

Als Preiskriterien wurden ausgegeben:

  • Kulturelles Veranstaltungsprogramm
  • Engagement bei der Lese- und/oder Literaturförderung
  • Literarisches Sortiment
  • Innovatives Geschäftsmodell.

Die Jury hat darauf geachtet, dass  jedes Bundesland mit einer Auszeichnung erreicht wird. 24 Schecks gehen ins bevölkerungsreichste Nordrhein-Westfalen, die größte Preisdichte gibt es in Berlin (16).

614 Buchhandlungen hatten sich beworben. nutzen, um ihre Leistungen noch stärker herauszustellen.

SHORTLIST DEUTSCHER BUCHPREIS

QUELLE: http://www.deutscher-buchpreis.de/nominiert/#section-shortlist

Die nominierten Romane der SHORTLIST (nur noch 6):

Jenny Erpenbeck: Gehen, ging, gegangen (Knaus, August 2015)

Rolf Lappert: Über den Winter (Carl Hanser, August 2015)

Inger-Maria Mahlke: Wie Ihr wollt (Berlin Verlag, März 2015)

Ulrich Peltzer: Das bessere Leben (S. Fischer, Juli 2015)

Monique Schwitter: Eins im Andern (Droschl, August 2015)

Frank Witzel: Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen

manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969 (Matthes & Seitz,

Februar 2015)