PREISTRÄGERIN 2018 Leipzig: Esther Kinsky: „Hain. Geländeroman“ – sowie Schögel, Stöhr und Durkot

Preisträger 2018

Der Preis der Leipziger Buchmesse 2018 ging an

Belletristik:
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Esther Kinsky: „Hain. Geländeroman“
(Suhrkamp Verlag)

Sachbuch/Essayistik:
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Karl Schlögel: „Das sowjetische Jahrhundert. Archäologie einer untergegangenen Welt“
(Verlag C.H.Beck)

Übersetzung:
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Sabine Stöhr und Juri Durkot: übersetzten aus dem Ukrainischen: Serhij Zhadan: Internat
(Suhrkamp Verlag)

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Tobias Julian Stein schreibt den wichtigen und modernen Aachen-Roman „Aachen Unlimited“

T. J. Stein ist bei Aachen aufgewachsen, lebt heute in Aachen, hat eben dort studiert, ist kurz vor dem Doktorabschluss … und kennt die Szene der Universitätsstadt sehr genau. Sein Buch „Aachen Unlimited“ ist nicht umsonst mit der Zusatzzeile versehen: „Der ultimative Studentenroman aus dem äußersten Westen.“

Wir finden Aachen vor, wie wir es bislang nicht kannten. Da sind die Studenten aus so vielen Ländern der Welt, sie alle konzentrieren sich um die Universität, zum Beispiel um die Bibliothek, dann bekannte Ausläufer wie die Pontstraße mit unendlich vielen Lokalen und Imbissen. Zudem gibt es noch die Leute ohne Studium, ohne direkten Bezug zur Uni, die sich auch dort tummeln, zum Beispiel, weil es einen wichtigen Club dort gibt, oder ein Fitnesstudio.

Tobias Julian Stein begleitet 9 Personen am Tag des 30. April bis hinein in den 1. Mai, wo alle auf große Partys hoffen, auf Erlösung, auf Liebschaften, auf Ablenkung. Zudem sind noch viele weitere Menschen in diese genaue Beobachtung eingewoben.

So entdecken die Aachener und alle Nicht-Aachener die Stadt neu. Da gibt es auch den Obdachlosen, die rumänische Jung-Prostituierte, den Paketzentralenhilfarbeiter. Sie werden sich so oder so begegnen. Der mit ihr, sie mit dem, usw. Es ist wie ein Reigen von unterschiedlichsten Menschen, aber dann in der Aachener City hochkonzentriert und verdichtet in der / für die Mainacht.

Der Autor schaut genau hin, er belauscht die Sprache derer, seltsame Laute, Stakkato-Sätze, Rap, banale Dialoge, hochtiefschürfende Gespräche. Das ist schon eine Kunst, wie er all das einfängt, als Wahrheit von Aachen, auch als Wahrheit des Menschen in einer Stadt wie Aachen, und dann in diesem Roman zusammenbringt.

Aachen Unlimited, auch wenn der Roman vor allem im studentischen Milieu spielt, ist ein Buch, was eigentlich jeder Aachener, jede Aachenerin kennen sollte, solange sie sich (noch) für die Identität der Stadt interessiert. Hier erfährt man endlich mal, was alles passiert, wenn die Leute in der Pontstraße und anderswo zusammenglucken. Jetzt weiß man, wie sich Erasmus-Studenten wirklich fühlen. Und auch welche Karrieren angestrebt beziehungsweise angedacht werden, darf man hier auf dem Wege der höchst gelungenen Literatur lesen.

Ein absolutes Aachen-Buch als moderner Stadt-Roman, der sich dennoch gut lesen lässt. (Jeder Soziologe düfte sich angesichts dieses Buches die Finger reiben. Denn besser kann man kaum darstellen, wie unterschiedlich die Menschen ticken, und wie ähnlich sie sich dann schlussendlich auch noch sind.) AACHEN UNLMITED.

Hanna Pfetzing mit ihrem Roman über dreizehn Frauen: Biografien 1967 bis 2017

Hanna Pfetzing aus Gießen hat im Oktober 2017 einen Roman vorgelegt, in welchem 13 Frauen beleuchtet werden, über 50 Jahre hinweg: ihre Leben. Stationen, Brüche, Hoffnungen, Gelingen. Alle kennen sich irgendwie, sind miteinander verzahnt, manche ganz direkt, andere etwas entfernter. Aber die Lebenswege werden sehr unterschiedlich verlaufen. („Roman über die Biografien einstiger Rebellinnen“, heißt es auch im Untertitel des Buches.)

Es sind Frauen, die in der Phase 67/68 als junge Frauen an der Umwandlung und an der Rebellion bestimmter Kreise teilhatten, damals, als das dumpfe Deutschland des Nachkriegs viele Menschen zu ersticken drohte. In einer mittelkleinen/mittelgroßen Universitätsstadt treffen wir auf bewegte und sich bewegende Frauen, die nun in ihre Lebensläufe „hineingeraten“, aktiv wie passiv. Daraus wurde das Buch „Dreizehn Frauen und die Pizza in Nizza“, denn diese Frauen soll(t)en sich mal nach Jahren wiedertreffen und dann die kleine Reise antreten, nach Nizza, von der man vor rund 50 Jahren scherzhaft und ernsthaft gesprochen hatte. Eines Tages …

Der Roman schildert fiktional, aber doch scheinbar real (real und fiktional in einem) 13 Biografien von Frauen, die durch die APO-Bewegung geprägt wurden, sei es durch Aktionen und Diskussionen an der Uni, sei es durch Teilhabe an der Kinderladenbewegung, sei es durch Demonstrationen, zuvorige und spätere Kleinkriege gegen Eltern und damals noch die Schule … oder auch nur über dezente Verschiebungen im Alltag. Denn jeder Mensch „tickt anders“, also müssen sich auch diese 13 Lebensläufe unterscheiden.

Hanna Pfetzing wirft hier ihren Blick auf das, was wir als „Schicksal“ kennen, als „unser Leben“, als Melange aus aktiven Entscheidungen, Zufällen, Situationen, die sich so oder so dahinentwickelt haben, und wegen alledem, was noch zum Leben gehört: Es geht auch um Liebschaften, Ehen, Kinder, Enkel, Krankheiten, Prägung durch das Elternhaus … auch um Ortswechsel und die beruflichen Entscheidungen.

Dieses Buch ist ein wichtiger Rückblick auf das, was diese Generation wollte, und auf das, was aus dieser Generation wurde. Exemplarisch an 13 Frauen aufgeschrieben, dazu der Clou: Was wird oder wurde denn aus der Reise nach Nizza? 50 Jahre danach? Werden diese Frauen, alle Frauen, ein Teil der Frauen die „spleenige Idee“ umsetzen? Und wie wird sie dann sein, so eine Reise?

Robert Menasse = Deutscher Buchpreis 2017 = Roman „Die Hauptstadt“

Robert Menasse erhält den Deutschen Buchpreis 2017
für seinen Roman „Die Hauptstadt“

Börsenverein zeichnet den deutschsprachigen Roman des Jahres
aus / Preisverleihung im Frankfurter Römer vor 300 Gästen

Der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2017 ist Robert Menasse. Er erhält die
Auszeichnung für seinen Roman „Die Hauptstadt“ (Suhrkamp).

Die Begründung der Jury:
„Das Humane ist immer erstrebenswert, niemals zuverlässig gegeben: Dass dies
auch auf die Europäische Union zutrifft, das zeigt Robert Menasse mit seinem
Roman ‚Die Hauptstadt‘ auf eindringliche Weise. Dramaturgisch gekonnt gräbt
er leichthändig in den Tiefenschichten jener Welt, die wir die unsere nennen.
Und macht unter anderem unmissverständlich klar: Die Ökonomie allein, sie
wird uns keine friedliche Zukunft sichern können. Die, die dieses
Friedensprojekt Europa unterhöhlen, sie sitzen unter uns – ‚die anderen‘, das
sind nicht selten wir selbst. Mit ‚Die Hauptstadt‘ ist der Anspruch verwirklicht, den Robert Menasse an sich selbst gestellt hat: Zeitgenossenschaft ist darin literarisch so realisiert, dass sich Zeitgenossen im Werk wiedererkennen und Nachgeborene diese Zeit besser verstehen werden.“

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2017 gehören an: Silke Behl (Radio
Bremen), Mara Delius (Die Welt), Christian Dunker (autorenbuchhandlung
berlin), Katja Gasser (Österreichischer Rundfunk), Maria Gazzetti (Casa di
Goethe, Rom), Tobias Lehmkuhl (freier Kritiker, Berlin) und Lothar Schröder
(Rheinische Post).

„Wie schaffen wir es in der heutigen Zeit, Menschen mit Büchern zu erreichen?
Indem wir Literatur über eine Vielzahl an Kanälen ins Gespräch bringen. Den
Austausch über Literatur zu fördern, Debatten und Gespräche anzuregen, das ist
der Grundgedanke des Deutschen Buchpreises. Seit dreizehn Jahren macht er
erfolgreich aktuelle Romane zum Thema“, sagte Heinrich Riethmüller, Vorsteher
des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, heute bei der Preisverleihung.

Für die Auszeichnung waren außerdem nominiert: Gerhard Falkner (Romeo oder
Julia, Berlin Verlag), Franzobel (Das Floß der Medusa, Paul Zsolnay), Thomas Lehr (Schlafende Sonne, Carl Hanser), Marion Poschmann (Die Kieferninseln,
Suhrkamp) und Sasha Marianna Salzmann (Außer sich, Suhrkamp).

Robert Menasse erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten
erhalten jeweils 2.500 Euro. Der Preisträger wurde in mehreren Auswahlstufen
ermittelt. Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 200 Titel
gesichtet, die zwischen Oktober 2016 und dem 12. September 2017 erschienen
sind. Aus diesen Romanen wurde eine 20 Titel umfassende Longlist
zusammengestellt. Daraus haben die Jurorinnen und Juroren sechs Titel für die
Shortlist gewählt.

Mit dem Deutschen Buchpreis 2017 zeichnet die Börsenverein des Deutschen
Buchhandels Stiftung zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den
deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Förderer des Deutschen Buchpreises
ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse
und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen
Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.

Unter http://www.deutscher-buchpreis-blog.de veröffentlichen die „Buchpreisblogger“
Rezensionen zu allen Titeln der Longlist sowie Hintergrundinformationen und
kritische Debattenbeiträge. Mehr ist auf der Facebook-Seite des Deutschen
Buchpreises und unter dem Hashtag #dbp17 zu finden.

Exklusive englische Übersetzungen von Leseproben der sechs Shortlist-Titel sowie
ein englischsprachiges Dossier stehen unter http://www.new-books-in-german.com
bereit.

Weitere Informationen und Termine des Preisträgers rund um die Frankfurter
Buchmesse können abgerufen werden unter http://www.deutscher-buchpreis.de.

Frankfurt am Main, 9. Oktober 2017

Kontakt für die Medien:

Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V.
Thomas Koch, Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon +49 (0) 69 1306-293, E-Mail: t.koch ÄTT boev.de
Cathrin Mund, PR-Managerin
Telefon +49 (0) 69 1306-292, E-Mail: mund ÄTT boev.de

Auch das E-Book der Autorin Moni Folz ist nun publiziert

Das Buch „Papperlakröt!“ der Autorin aus dem Raum Landau, Moni Folz, erschien im August 2017 als Papierausgabe und zusätzlich im September 2017 als E-Book-Variante. Die Autorin beschreibt in ihrem Werk eine Geschichte, die zwischen Realität und Phantasie changiert, denn eine Schülerin wird hier mit einem Kobold zusammengebracht. Anders: Der Kobold nähert sich den Menschen und gerät an das junge Mädchen. Zwei Welten – und die Akteure des Buches agieren sowohl bei den Menschen als auch in den Höhlen der Kobolde. Kobold und Mensch bekämpfen zusammen Unrecht und Mobbing in der Menschenwelt, und ebenso tun sie das zusammen in der Koboldwelt. Dieses „Setting“ ist gut gewählt, die Geschichte ist richtig spannend und abenteuerreich. Es gibt natürlich auch einige Böse wie den schlimmen Gunnar und dessen Gang. Dann sind da aber noch Gute als Helfer … wie das Flederschwein Trudi, ja, Flederschwein, Sie haben richtig gelesen. Außerdem finden sich viele herrliche Ausdrücke, wo die Sprache in eine neue Koboldsprache zusammengemischt wird.

HOTLIST 2017 ::: die letzten ZEHN

Assoziation A
Lutz Taufer
ÜBER GRENZEN
Vom Untergrund in die Favela
Autobiografie
ISBN 978-3-86241-457-4

bilgerverlag
Quentin Mouron
NOTRE-DAME-DE-LA-MERCI
Roman
ISBN 978-3-03762-058-8

Edition Korrespondenzen
Maarten Inghels, F. Starik
DAS EINSAME BEGRÄBNIS
Geschichten und Gedichte
zu vergessenen Leben
ISBN 978-3-902951-19-9

lichtung verlag
Ulrike Anna Bleier
SCHWIMMERBECKEN
Roman
ISBN 978-3-941306-30-1

Matthes & Seitz Berlin
Brigitta Falkner
STRATEGIEN DER
WIRTSFINDUNG
ISBN 978-3-95757-402-2

Reprodukt
Guy Delisle
GEISEL
Reportagecomic
ISBN 978-3-95640-117-6

Secession Verlag für Literatur
Maren Kames
HALB TAUBE HALB PFAU
ISBN 978-3-905951-93-6

Topalian & Milani
Arno Tauriinen
GOLDGEFASSTE FINSTERNIS
Roman
ISBN 978-3-946423-11-9

Wallstein Verlag
Anna Baar
ALS OB SIE TRÄUMEND GINGEN
Roman
ISBN 978-3-8353-3124-2

Wieser Verlag
Miroslav Krleža
DIE FAHNEN
Roman
ISBN 978-3-99029-201-3

Auf die Liste der 10 Bücher des Jahres aus unabhängigen deutschsprachigen Verlagen kamen die 3 Bücher mit den meisten Stimmen bei der Internetwahl UND 7 weitere Titel bestimmte die Jury, die anschließend nun auch noch den mit 5000 Euro dotierten Hauptpreis an einen Verlag der Hotlist vergeben wird. Hinzu kommt der Melusine-Huss-Preis mit seinem Druckgutschein über 4000 Euro.

Die Jury der Hotlist 2017 (für 7 Bücher der letzten 10 verantwortlich)

Die Jury wählt im Sommer unter den 30 Kandidaten 7 auf die Hotlist 
und entscheidet anschließend, welcher Verlag 
den Preis der Hotlist erhalten soll. 
  
Dies sind die Jurorinnen und Juroren von 2017: 
   
Anna Christen (Buchhandlung Klamauk), Bern 
 
Lukas Gloor (Literaturwissenschaftler, Literaturmagazin Narr), 
Basel und Olten 

Christa Gürtler (Literaturwissenschaftlerin, Literaturfest 
Salzburg, Redakteurin SALZ), Salzburg 
 
Matthias Hügle (ZDF Kultur), Berlin 
 
Peter Wawerzinek (Autor), Berlin 

SHORTLIST Deutscher Buchpreis 2017 IST DA: Falkner, Franzobel, Lehr, Menasse, Poschmann, Salzmann

Die nominierten Romane sind diese:

  • Gerhard Falkner: Romeo oder Julia (Berlin Verlag, September 2017)
  • Franzobel: Das Floß der Medusa (Paul Zsolnay, Januar 2017)
  • Thomas Lehr: Schlafende Sonne (Carl Hanser, August 2017)
  • Robert Menasse: Die Hauptstadt (Suhrkamp, September 2017)
  • Marion Poschmann: Die Kieferninseln (Suhrkamp, September 2017)
  • Sasha Marianna Salzmann: Außer sich (Suhrkamp, September 2017)

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2017 gehören an:

  • Katja Gasser (Österreichischer Rundfunk)
  • Silke Behl (Radio Bremen)
  • Mara Delius („Die Welt“)
  • Christian Dunker (Autorenbuchhandlung, Berlin)
  • Maria Gazzetti (Casa di Goethe)
  • Tobias Lehmkuhl (freier Kritiker)
  • Lothar Schröder („Rheinische Post“)

QUELLE: http://www.deutscher-buchpreis.de