Anke Stelling ist Preisträgerin (Belletristik) Preis der Leipziger Buchmesse 2019

QUELLE: preis-der-leipziger-buchmesse.de

Preisträger 2019

Preisträger in der Kategorie Belletristik

Anke Stelling: Schäfchen im Trockenen
(Verbrecher Verlag)

Über das Buch

Resi hätte wissen können, dass ein Untermietverhältnis unter Freunden nicht die sicherste Wohnform darstellt, denn Freundschaft hört bekanntlich beim Geld auf. Die ist im Fall von Resis alter Clique mit den Jahren brüchig geworden. Sie hätte wissen können, dass spätestens mit der Familiengründung der erbfähige Teil der Clique abbiegt Richtung Eigenheim und sie zusehen muss, wie sie da mithält. Noch in den Achtzigern hieß es, alle Menschen wären gleich und würden demnächst auch durch Tüchtigkeit und Einsicht gerecht zusammenleben. Nun sieht Resi sich angesichts einer Wohnungskündigung mit der harten und enttäuschenden Wirklichkeit konfrontiert

Zur Begründung der Jury

„Schäfchen im Trockenen“ ist ein scharfkantiger, harscher Roman, der wehtun will und wehtun muss, der protestiert gegen den beständigen Versuch des besänftigt Werdens, der etwas aufreißt in unserem sicher geglaubten Selbstverständnis und dadurch den Kopf frei macht zum hoffentlich klareren Denken.

Die Autorin

Anke Stelling lebt als Autorin in Berlin. Sie hat das Kinderbuch ERNA UND DIE DREI WAHRHEITEN (cbt bei Random House, 2017) sowie sieben Romane, zwei davon gemeinsam mit Robby Dannenberg, verfasst, die bei Ammann, Fischer und im Verbrecher Verlag erschienen. BODENTIEFE FENSTER (2015) stand auf der Longlist des Deutschen Buchpreises und bekam den Melusine-Huss-Preis auf der Hotlist für Bücher aus unabhängigen Verlagen.

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Eichendorff-Literaturpreis 2019 für Christa Ludwig

Die Schriftstellerin Christa Ludwig wird, so die dpa-Meldung am 7.2.2019, mit dem Eichendorff-Literaturpreis 2019 ausgezeichnet, mit 5000 Euro ist er dotiert. «Ihre Werke sind sensibel und eindringlich, sie sind bildend und voll innerer Anteilnahme an Mensch und Natur», teilte der «Wangener Kreis» dazu mit.

Zu Ludwigs Werken zählt der Roman «Ein Bündel Wegerich» über die deutsch-jüdische Dichterin Else Lasker-Schüler. Ludwig schaffe es, so erklärte die Jury, historische Umstände ihrer Figuren «in poetische Sprache zu setzen».

Die Autorin wurde 1949 in Wolfhagen bei Kassel geboren, studierte Germanistik, Anglistik und Sprecherziehung. Seit 1989 ist sie freie Schriftstellerin. Sie schreibt auch Kinder- und Jugendbücher.

  • Ein Lied für Daphnes Fohlen. Anrich, Kevelaer 1994, ISBN 3-89106-184-6.
  • Blitz ohne Donner. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2003, ISBN 3-7725-2245-9.
  • Carlos in der Nacht. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2005, ISBN 3-7725-1545-2.
  • Die Siebte Sage. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-7725-2177-5.
  • Christa Ludwig: Persönlich. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-7725-2267-3.
  • Hufspuren. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2008–2010 (Reihe).
  • Himmelshuf und Mähnenmeer. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-7725-2367-0.
  • Puzzle-Ponys. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-7725-2478-3.
  • Bellcanto. Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-7725-2797-5.
  • Ein Bündel Wegerich, Verlag Oktaven, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-7725-3008-1. (Roman über die späten Jahre der Lyrikerin Else Lasker-Schüler in Jerusalem)

1956 wurde der nach dem Lyriker Joseph von Eichendorff benannte Preis für zeitgenössische Literatur zum ersten Mal verliehen. Geehrt wurden seither unter anderem Ottfried Preußler, Peter Härtling, Ilse Tielsch und Hans-Ulrich Treichel. Dieses Jahr (2019) ist die Preisverleihung am 22. September in Wangen im Allgäu.

Das Buch „Lorén“ von Charlotte Uceda Camacho ist sehr ehrlich und sehr intensiv

Eine Mutter aus Siegen hat 2013 ihre Tochter verloren. Das geschah durch ein gemeines und böses Verbrechen, zudem im eigenen Wohnhaus der Familie. Der Ex-Freund der Tochter hat Lorén, so der Name der jungen Frau, nachts umgebracht. Das unsägliche Leid, was über die Familie gekommen ist, hat Charlotte Uceda Camacho, die Mutter, in einem Buch aufgeschrieben, ganz genau, beginnend mit der Tat, dazu Rückblicke. Und alles danach.

Das Buch heißt „Lorén“ … wie die Tochter. Lorén schreibt man Akzent, ein seltener Name, einzigartig.

Wir erleben Wut und Zorn, Trauer, Schock, Erstarrung. Liebe. Verzweiflung. Es sind so viele Gefühle,  die sich in dem Buch offenbaren. Natürlich auch gegen den Täter. Aber auch Zorn auf die Justiz in Siegen liest man in diesem Buch.

Alles können die Leserinnen und Leser ganz direkt mitempfinden: Denn es wird Tag für Tag das Geschehen aufgeschrieben, ganz genau, auch die Beerdigung, auch der Prozess vor dem Landgericht, auch die Auswahl des Grabsteins, auch das Ausräumen des Zimmers, auch die wütenden und detailgenauen Briefe an den Staatsanwalt oder die Anwältin des Täters et al.  (Denn es geht bei der Tat auch um die Justiz-Frage Anklage auf Totschlag oder Anklage auf Mord, Verurteilung wegen Totschlags oder Verurteilung wegen Mordes.)

Schließlich sind da die Kondolenzbriefe so vieler Menschen, auch der direkte mündliche Zuspruch, die vielen schönen Erinnerungen an Lorén, welche sehr beliebt war, wirklich sehr beliebt. Dazu Erinnerungen der Mutter an die Kindheit von Lorén, an die Jugend von Lorén. Wir finden auch viele schöne Fotos von Lorén in vielen Altersstufen in dem Buch.

Insofern ist das Buch eine große Anklage an das Verbrechen, an die Verbrecher, an die Sinnlosigkeit solcher Taten, zugleich finden sich auch kritische Gedanken über die deutsche Rechtsprechung, die Justiz, das Verhalten eines Gerichtes und anderes mehr … nicht von einer Juristin, sondern von einer Mutter, die ihre Tochter durch ein böses Verbrechen verloren hat.

Das Buch hat sehr viele Facetten, man wird lange darüber nachdenken, Tränen werden hochkommen, werden fließen, ja, bei den Lesenden, und man wird vieles anders sehen als zuvor. Es ist ein Buch, welches alle Opferfamilien von Verbrechen so oder so nachvollziehen können. Es ist aber auch ein Buch, woraus Menschen von der Polizei, der Justiz, Anwälte, Richter, Anwältinnen, Richterinnen sehr vieles lernen können.Denn sie schauen in die Gefühlswelt der von der Tat direkt betroffenen. Mutter, Vater, Schwester.

Und es ist ein Buch über den wundervollen Menschen Lorén. Ein trauriges Buch, ein wütendes Buch, aber zugleich auch ein Buch voller Liebe.

CHARLOTTE UCEDA CAMACHO

Lorén

Bericht einer Mutter über das Leben, die Liebe und die sinnlose Ermordung ihrer Tochter

ISBN 978-3-96290-013-7

MAYER und THALIA werden 1 UNTERNEHMEN: Kleine fette Sensation

QUELLE: Thalia Presse-Abteilung via PRESSEPORTAL

Buchhandel im Schulterschluss: Mayersche und Thalia schließen sich zu Europas bedeutendstem Buchhandelsunternehmen zusammen

– Aus den 55 Mayerschen Buchhandlungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz und den rund 300 von Thalia im deutschsprachigen Raum wird Europas bedeutendster familiengeführter Sortimentsbuchhändler

– Engagement für das Lesen: Mehr als 200 Jahre Mayersche und 100 Jahre Thalia

– Regionales Buchhandels-Know-how ergänzt innovative Omni-Channel-Strategie

Aachen/Hagen, 10. Januar 2019. Die Mayersche Buchhandlung mit Best Of Books (B.O.B) und Thalia schließen sich zusammen. Aus den 55 Mayerschen Buchhandlungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, den rund 300 Buchhandlungen von Thalia im deutschsprachigen Raum sowie B.O.B wird der bedeutendste familiengeführte Sortimentsbuchhändler in Europa.

„Die beiden Unternehmen werden voneinander lernen und die jeweiligen Stärken zum Nutzen der Kunden einbringen“, erklärt Dr. Hartmut Falter, Inhaber und Geschäftsführer der traditionsreichen Mayerschen Buchhandlung und künftig zweiter geschäftsführender Gesellschafter bei Thalia. „So werden die Kompetenzen der Mayerschen und von Thalia zu einer komplementären und neuen Qualität zusammengeführt.“ Das Stammhaus in Aachen verbleibt weiterhin bei der Familie Falter.

Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen im Buchhandel sind zukunftsweisende Konzepte und Allianzen notwendig, um weiterhin erfolgreich am Markt zu agieren. „Thalia und die Mayersche verschmelzen zu einem innovationsstarken Buchhändler, der nicht nur für eine hohe Marktpräsenz steht, sondern auch für das im internationalen Vergleich erfolgreichste Omni-Channel-Buchhandelsunternehmen“, sagt Michael Busch, CEO und geschäftsführender Gesellschafter von Thalia. Der Zusammenschluss sei zugleich ein klares Signal für die Branche. Busch: „Wir setzen auf beständige Allianzen, denn wir im deutschen Buchhandel sind erfolgreicher, wenn wir gemeinsam handeln.“

Die Unternehmen Mayersche mit der Tochter B.O.B und Thalia werden gesellschafts-rechtlich integriert. Der bisherige Thalia-Gesellschafterkreis, bestehend aus den Familien Herder, Kreke, Busch und Göritz, wird um die Familie Falter erweitert. Hartmut Falter wird zweiter geschäftsführender Gesellschafter und Mitglied der Geschäftsleitung von Thalia.

In dieser Rolle wird er weiterhin die Mayersche KG mit Best Of Books direkt führen, die Integration der beiden Unternehmensgruppen leiten und die Verantwortung für den Bereich Unternehmensentwicklung für das Gesamtunternehmen übernehmen. Der Verwaltungs-standort an der Matthiashofstraße in Aachen bleibt erhalten und übernimmt zukünftig Serviceaufgaben des gemeinsamen Unternehmens.

Hartmut Falter betont: „Die Mayersche und Thalia haben das gleiche Verständnis vom Buchhandel und teilen die gleichen Werte. Wir blicken auf eine lange Tradition im Buchhandel zurück, wir sind erfolgreiche Familienunternehmer und stehen für die uneingeschränkte Liebe zum Buch. In unserer neuen Partnerschaft wollen wir noch innovativer und interessanter für unsere Kunden werden.“ Das Online-Geschäft wird zukünftig gemeinsam vorangetrieben. Das sichert eine größere Reichweite und mehr Marktstärke im Wettbewerb mit international agierenden Online-Händlern.

Für Thalia folgt der Zusammenschluss mit der Mayerschen Buchhandlung auf den Marken-Relaunch im September 2018. Ziel der umfassenden Erneuerung ist es, die Relevanz von Büchern und inspirierenden Inhalten bei den Menschen zu stärken. Buchhandlungen mit einem kuratierten und überraschenden Sortiment sollen noch mehr als bisher zu analogen Rückzugsorten mit der richtigen Atmosphäre zum Eintauchen in Geschichten werden. Die persönliche Beratung durch qualifizierte und begeisterte Mitarbeiter macht dabei für den Kunden den wesentlichen Unterschied zum reinen Online-Handel aus.

Beide Häuser wollen die jeweiligen Kompetenzen zu einer komplementären und neuen Qualität für den Kunden zusammenführen. Best Of Books, der führende Shop-System-Betreiber für Bücher steht dabei für die Diversifikationskompetenz der Mayerschen. Seit mehr als 15 Jahren erschließt das Unternehmen Vertriebskanäle im Buch-Nebenmarkt wie SB-Warenhäuser, Verbrauchermärkte, Supermärkte und Drogerien. Die Stärken von Thalia liegen unter anderem in den Systemvorteilen und in der Omni-Channel-Expertise. Mit einem 100-prozentigen Fokus auf den Kundennutzen sind neue Services entstanden, die den Einkauf bei Thalia inspirierend und spielerisch einfach machen. So können online bestellte Bücher innerhalb von zwei Stunden in einer Buchhandlung in der Nähe abgeholt und Einkäufe in den Buchhandlungen mobil bezahlt werden – das Anstehen an der Kasse entfällt. Mit der Thalia App kann der Kunde seinem Lieblingsbuchhändler online folgen und auf exklusive Buchhändlerempfehlungen zugreifen.

Eine besondere Bedeutung kommt der 2013 gegründeten tolino Allianz zu, zu deren Gründungsmitgliedern Thalia gehört und der sich bisher international über 2.000 Buchhändler angeschlossen haben. Die Mayersche Buchhandlung ist seit 2015 tolino Partner.

Die deutsche Branchenlösung bietet dem US-amerikanischen Wettbewerber „Kindle“ erfolgreich Paroli – das ist neben Kanada weltweit einmalig. Mit der Kampagne „Welt, bleib wach“ sowie dem digitalen Buch-Abo Skoobe setzt Thalia aktuell erneut auf Branchenlösungen, um eine Breitenwirkung für das Lesen und das Buch zu erzielen.

Für Manuel Herder, Verleger aus Freiburg und Mehrheitsgesellschafter bei Thalia, ist der Zusammenschluss der beiden Häuser „der richtige Schritt von Unternehmerfamilien, ein Zeichen des Aufbruchs gegen die Marktmacht globaler Online-Händler und für die innerstädtische Lesekultur zu setzen.“

Über die Modalitäten des Vertrages wurde Stillschweigen vereinbart. Der Vertrag steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Fusionskontrollbehörden.

Über die Mayersche

Die Mayersche Buchhandlung wurde im Jahr 1817 von Jacob Anton Mayer in Aachen gegründet. 2017 feierte sie ihr 200-jähriges Bestehen. Seit der Gründung ist die Mayersche in Familienbesitz. Heute wird das Traditionsunternehmen von der Familie Falter geführt und ist derzeit an insgesamt 55 Standorten im Westen Deutschlands vertreten. Zum Unternehmen gehört der Shop-in-Shop-Anbieter Best of Books. Insgesamt werden rund 1000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter knapp 120 Auszubildende, beschäftigt. Weitere Informationen: www.mayersche.de, www.bestofbooks.de.

Über Thalia

Thalia wurde 1919 in Hamburg gegründet und ist heute der größte Sortimentsbuchhändler im deutschen Sprachraum. Das Unternehmen befindet sich im Besitz der Familien Herder, Kreke, Busch und Göritz. Zu Thalia gehören rund 300 Buchhandlungen in Deutschland und Österreich, inklusive 50% der Anteile an den mehr als 30 Buchhandlungen der Orell Füssli Thalia AG in der Schweiz. Thalia verbindet buchhändlerische Tradition und innovative digitale Services, die das Einkaufserlebnis persönlich, inspirierend und zugleich spielerisch einfach machen. Der erfolgreiche Omni-Channel-Ansatz des Unternehmens ermöglicht den Kunden den Zugang zu Angeboten über alle denkbaren Kanäle hinweg. Mit rund 3.000 Veranstaltungen im Jahr ist Thalia einer der großen Lese- und Literaturförderer in Deutschland. Für das Unternehmen sind 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Der Hauptsitz der Verwaltung befindet sich in Hagen. Weitere Informationen: thalia.de/Unternehmen.

Pressekontakt Mayersche: Katja Mankiewicz, Leiterin Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, E-Mail: k.mankiewicz ÄTT mayersche.de, Tel.: 0241 4777 554

Pressekontakt Thalia: Claudia Bachhausen-Dewart, Leiterin Unternehmenskommunikation, E-Mail: presse ÄTT thalia.de, Tel.: 02331 8046 1559

Autor Edgar Hilsenrath in Wittlich 92-jährig verstorben

Hilsenrath wurde besonders bekannt durch „Der Nazi & der Friseur“.

Man lese den Nachruf seines letzten Verlegers, Ken Kubota: http://hilsenrath.de/nachruf/

ANDERE SCHREIBWEISEN des Namens Edgar Hilsenrath:
Hilzenrat‘, Êdgar
Chilzenrat, Entnkar
Hilzenrāts, Edgars
Hilzenratas, Edgaras
Chil’zenrat, Ėdgar
Hiruzenrāto, Edogā
הילזנראט, אדגר (Schriftcode: Hebr)

The Nazi & the barber Roman, ersch. erstmalig in engl. Übers. 1971

The Nazi and the barber / Edgar Hilsenrath. Transl. by Andrew White
Hilsenrath, Edgar (Verfasser)
Der Nazi & der Friseur (engl.)
Verlag Garden City : Doubleday
Erscheinungsdatum: 1971
Umfang 383 S.

Die deutschsprachige Original-Ausgabe erschien (erst) 1977

Der Nazi & [und] der Friseur : Roman / Edgar Hilsenrath
Hilsenrath, Edgar (Verfasser)
Verlag Köln : Literarischer Verlag Braun
Erscheinungsdatum: 1977
Umfang/Format 423 S. ; 21 cm
ISBN/Einband/Preis 978-3-88097-058-8 Lw. : DM 28.00

Neuauflage dtv, 2006, ISBN 3-423-13441-0;

und: Band 2 der Gesammelten Werke, Köln 2005, ISBN 3-937717-01-3

Hilsenrath erhielt einige Literaturpreise.

Geboren am 2. April 1926 in Leipzig. Gestorben am 30. Dezember 2018 in Wittlich

1989: Alfred-Döblin-Preis (für Das Märchen vom letzten Gedanken)
1992: Heinz-Galinski-Preis
1994: Hans-Erich-Nossack-Preis
1996: Jakob-Wassermann-Literaturpreis
1998: Hans-Sahl-Preis
2004: Lion-Feuchtwanger-Preis
2006: Deutscher Hörbuchpreis für Der Nazi und der Friseur
2006: Armenischer Nationalpreis für Literatur
2006: Ehrendoktorwürde der Staatlichen Universität Jerewan
2009: Prix Mémorable
2016: Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil

Der gelungene Jugendroman und Für-Erwachsene-Roman „Jan“ von Funda Agirbas

Dieses Buch ist auf seine Weise besonders. Sicher, das behaupten viele. Aber wer das Buch gelesen hat, das von Funda Agirbas, den Roman JAN, der weiß dann sehr sicher, dass es stimmt.

Die Autorin versetzt sich da in einen männlichen Jugendlichen. Jan, so heißt er. 16 Jahre ist er alt, als das Hauptgeschehen des Romanes sich ereignet.

Wir sprechen von einem Sommer. Ein bestimmter Sommer. Dazu von einem, der etwas eigenbrödlerisch ist, noch nicht erwachsen zudem. Ein Mensch „in der Mache“. Zudem zieht er mit seinen Eltern noch in die neue Stadt, dann die neue Schule. Sich einfinden, Anschluss finden, erwachsen werden. Alles zugleich. Dazu noch ein kleines Trauma im Hinterkopf. Als er jünger war. Da passierte auch noch etwas, was Jan innerlich aufwühlte.

Jan muss sich einfinden. Und er wird es auch. Aber wie?

Natürlich wird er sich verlieben, in ein Mädchen, das ist die eine Sache. Die bedeutendere Sache aber ist „der Junge“, denn dieser wird sein Begleiter, sein Macher, sein Vorbild. „Der Junge“ ist die zweite Hauptfigur des Buches. (Und das ist nicht im homosexuellen Sinne gedacht!)

Es geht um „Freundschaften“ bei Jungs und jungen Männern. Um Kumpel, Kumpanen, Bekannte und Buddys/Buddies. Wen man mag und mit wem man sich umgibt. Mit wem man(n) den Alltag bestreitet. (Fußball kommt auch vor, aber etwas anders, als man/frau das kennt.)

Es geht um Manipulation, ums Beherrschen, ums Anführen. Aber nicht so, wie in den guten alten Storys über Rocker. In diesem Roman der Jetztzeit, von heute, läuft es viel diffiziler. Jan und „der Junge“ haben eine sonderbare Beziehung. Der eine treibt den anderen irgendwohin. Aber wohin? Was passiert? Was wird geschehen? Die Leser sind nervös, nervöser als Jan selbst, der uns alles erzählt, durch die Autorin Funda Agirbas.

Genau das ist der Kern des Romanes. Jan erzählt alles selber, in dem Roman. Jugendsprache. Vielleicht hat er es sich auch aufgeschrieben. Und wir als Leser und Leserinnen, wir alle, wir werden Teil des Kosmos von Jan.

Wir erfahren, wie er denkt, wie er tickt, wie er spricht. Seine Ängste, sein Versagen, seine Wünsche. Seine Bindungen an Papa und Mama. Er macht mit Steuern was, die Mama mit Physik was.

Und immer dazu die Geschichte um „den Jungen“, die den Roman gnadenlos nach vorn treibt. Partys, wegfahren, Leute, allerlei. Kurz-Ausflüge.

Natürlich werde ich das Endes Romanes hier nicht verraten. Aber das Buch ist sehr lesenswert, weil man eine ganz andere Sicht auf die Hirne und Seelen von pubertierenden und bald schon postpubertierenden Jugendlichen bekommt, halbe Männer sind das ja, die sich durch „große Taten“ nun endlich zu ganzen Männern machen wollen.

Puh, das Buch nimmt einen schon mit! Toll geschrieben. Danke.

 

Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2018 ist Inger-Maria Mahlk

QUELLE: http://www.deutscher-buchpreis.de PRESSESTELLE

Inger-Maria Mahlke erhält den Deutschen Buchpreis 2018 für ihren Roman „Archipel“

Börsenverein zeichnet den deutschsprachigen Roman des Jahres aus / Preisverleihung im Frankfurter Römer vor 300 Gästen

Die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2018 ist Inger-Maria Mahlke. Sie erhält die Auszeichnung für ihren Roman „Archipel“ (Rowohlt).

Die Begründung der Jury:
„Der Archipel liegt am äußersten Rand Europas, Schauplatz ist die Insel Teneriffa. Gerade hier verdichten sich die Kolonialgeschichte und die Geschichte der europäischen Diktaturen im 20. Jahrhundert. Inger-Maria Mahlke erzählt auf genaue und stimmige Weise von der Gegenwart bis zurück ins Jahr 1919. Im Zentrum stehen drei Familien aus unterschiedlichen sozialen Klassen, in denen die Geschichte Spaniens Brüche und Wunden hinterlässt. Vor allem aber sind es die schillernden Details, die diesen Roman zu einem eindrücklichen Ereignis machen. Das Alltagsleben, eine beschädigte Landschaft, aber auch das Licht werden in der Sprache sinnlich erfahrbar. Faszinierend ist der Blick der Autorin für die feinen Verästelungen in familiären und sozialen Beziehungen.“

Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2018 gehören an: Christoph Bartmann (Goethe-Institut Warschau), Luzia Braun (ZDF), Tanja Graf (Literaturhaus München), Paul Jandl (freier Kritiker), Uwe Kalkowski (Literaturblog „Kaffeehaussitzer“), Christine Lötscher (freie Kritikerin), Marianne Sax (Bücherladen Marianne Sax, Frauenfeld).

„Der Deutsche Buchpreis markiert in jedem Jahr einen Höhepunkt in der öffentlichen Beschäftigung mit Büchern. Die Diskussionen um die nominierten Titel zeigen uns immer aufs Neue, was das eigentlich Wertvolle an Kultur ist: Kultur funktioniert, weil sie vielfältig ist. Sie funktioniert im Austausch und in gegenseitiger Anregung“, sagt Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Für die Auszeichnung waren außerdem nominiert: María Cecilia Barbetta, Nachtleuchten (S. Fischer), Maxim Biller, Sechs Koffer (Kiepenheuer & Witsch), Nino Haratischwili, Die Katze und der General (Frankfurter Verlagsanstalt), Susanne Röckel, Der Vogelgott (Jung und Jung) und Stephan Thome, Gott der Barbaren (Suhrkamp).

Die Preisträgerin erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Der Roman des Jahres wurde in mehreren Auswahlstufen ermittelt. Die sieben Jurymitglieder haben seit Ausschreibungsbeginn 199 Titel gesichtet, die zwischen Oktober 2017 und dem 11. September 2018 erschienen sind. Aus diesen Romanen haben die Jurorinnen und Juroren eine 20 Titel umfassende Longlist zusammengestellt und daraus sechs Titel für die Shortlist gewählt.

Mit dem Deutschen Buchpreis 2018 zeichnet die Börsenverein des Deutschen Buchhandels Stiftung zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Förderer des Deutschen Buchpreises ist die Deutsche Bank Stiftung, weitere Partner sind die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis bei der Medienarbeit im In- und Ausland.