Nachruf auf Alfred Neven DuMont im Kölner Stadt-Anzeiger

Erstellt 31.05.2015

Von Joachim Frank — AUSZUG:

>>Unabhängigkeit war der zentrale Begriff im publizistischen Leben des Kölner Verlegers Alfred Neven DuMont. Er ist nach kurzer, schwerer Erkrankung im Alter von 88 Jahren gestorben.

Da war dieses Treffen in den frühen 1950er Jahren im Kölner Villenviertel Marienburg. Alfred Neven DuMont hat manches Mal davon erzählt, so lebendig, dass man glaubte, dabei gewesen zu sein. Schwergewichte aus Politik und Wirtschaft hatten den Kölner Zeitungsverleger Kurt Neven DuMont und seinen Sohn Alfred zum vertraulichen Gespräch gebeten. Sie legten ihnen einen publizistischen Marshall-Plan auf den Tisch: Der „Kölner Stadt-Anzeiger“, mit dem der Verlag M. DuMont Schauberg seit 1949 wieder den Anschluss an die große Tageszeitungstradition der „Kölnischen Zeitung“ gesucht hatte, könne zu einem überregionalen Titel aufgebaut werden. Geld sei vorhanden. Einzige Bedingung: Die Zeitung sollte den Zielen der Regierungspartei CDU verpflichtet sein. [… …]<<

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DuMont Schauberg zum Tode von Verleger Alfred Neven DuMont (+ 30. Mai 2015)

>>Dr. Christoph Bauer, Vorstandsvorsitzender der Mediengruppe M. DuMont Schauberg: „Ich habe Professor Neven DuMont als einen Menschen erlebt, dem die Publizistik und das Unternehmen gleichermaßen wichtig waren. Er hat uns im Vorstand in den vergangenen Monaten bei der Neuausrichtung der Mediengruppe mit Rat und Tat unterstützt. Er bleibt ein großes Vorbild für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihm immer sehr am Herzen lagen. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren.“

Alfred Neven DuMont, geboren am 29. März 1927, trat im Jahr 1953 in das Verlagshaus M. DuMont Schauberg ein und avancierte 1960 zum Herausgeber des Kölner Stadt-Anzeiger. Im Jahr 1964 gründete er die Boulevardzeitung EXPRESS. Nach dem Tod seines Vaters Dr. Kurt Neven DuMont im Jahr 1967 wurde er alleiniger Herausgeber von Kölner Stadt-Anzeiger und EXPRESS und zugleich Vorsitzender der Geschäftsführung des Verlages.

33 Jahre später, 1990, übernahm er den Vorsitz des Aufsichtsrates des Verlages M. DuMont Schauberg, der in diesem Jahr die Mitteldeutsche Zeitung in Halle/Saale kaufte. Im Jahr 2006 erwarb der Verlag 50 Prozent und eine Stimme an der Frankfurter Rundschau, bei der Alfred Neven DuMont Vorsitzender des Herausgeberrates war. Seit 2009 hält M. DuMont Schauberg 65 Prozent am Berliner Verlag (Berliner Zeitung, Berliner Kurier) und der Hamburger Morgenpost. Im Januar 2015 hat Alfred Neven DuMont den Vorsitz des Aufsichtsrates der Mediengruppe M. DuMont Schauberg an Christian DuMont Schütte übergeben und wurde zum Ehrenvorsitzenden des Gremiums ernannt.

Alfred Neven DuMont ist Träger des Großen Verdienstkreuzes mit Stern, des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen. 2001 wurde ihm die Ehrenbürgerwürde der Stadt Köln und die Honorarprofessur der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg angetragen.

Von 1970 an war Alfred Neven DuMont Mitglied im Präsidium des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, dessen Vorsitz er von 1980 bis 1984 innehatte und seitdem Ehrenmitglied war. Von 1990 bis 1998 war er Präsident der Industrie- und Handelskammer zu Köln.<<

QUELLE: LINK zum Artikel in der Kölner Rundschau

„Ein Buch für die Stadt“, Köln: Michael Köhlmeier in 2013

Michael Köhlmeiers Erzählung Idylle mit ertrinkendem Hund

das Literaturhaus Köln schreibt u.a.>>In der stark autobiographisch geprägten Erzählung geht es um Trauer und Abschied, um existentielle Erfahrungen. Zwei Männer, ein Autor und sein Lektor, sehen auf einem gemeinsamen Spaziergang am Alten Rhein in tauender Winterlandschaft einen Hund ins Eis einbrechen. Während der Lektor davoneilt, um Hilfe zu holen, kämpft der Autor verzweifelt und unter Einsatz des eigenen Lebens um die Rettung des Hundes. Es wird klar, dass es um viel mehr geht als nur die Rettung eines fremden Hundes. Die Tochter des Erzählers, im Leben wie im Buch, ist 2003 bei einem Unfall ums Leben gekommen. Selbst eine begabte Schriftstellerin, starb die 21-jährige Paula Köhlmeier bei einer Bergwanderung in der Nähe des Elternhauses. Idylle mit ertrinkendem Hund ist die literarische Auseinandersetzung mit dieser Katastrophe. „Eine Art Miniatur ist dabei entstanden, ein verstörend schönes Bild über den Verlust. […] Ein unvergessliches Buch“ schrieb Martina Meister in der ZEIT. Und in der FAZ hieß es: „Ein großes kleines Buch, eine berührende Lektüre“.<<
>>Am Sonntag, 10. November, um 11.00 Uhr wird die diesjährige Aktion „Ein Buch für die Stadt“ im Rahmen einer Matinee im Schauspiel im Carlswerk (Schanzenstr. 6-20) eröffnet. Neben Michael Köhlmeier ist auch sein Freund und Wegbegleiter, der Autor und Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Paulus Hochgatterer auf der Bühne. Das Gespräch über Werk und Leben Michael Köhlmeiers führt Joachim Frank, Chefkorrespondent des Kölner Stadt-Anzeigers. Der bekannte Blues-Musiker Richard Bargel begleitet die Veranstaltung musikalisch.<<

„Wohn-Haft“ (von Manfred Haferburg) ist der DDR-Roman, welcher den Alltag und die Rebellion des Einzelnen so plastisch beschreibt

Manfred Haferburg schreibt intensiv und ehrlich. Sein Roman spielt anfangs in Greifswald und der gesamten Region … und im KKW Lubmin bei Greifswald (VE Kombinat Kernkraftwerke „Bruno Leuschner“ Greifswald). Da sind Arbeiter und Facharbeiter. Menschen. Sie brauchen eine Wohnung, sie zimmern am Boot. Kleine Fluchten, der Alltag. Viele Probleme, vieles nervt. Aber die Stasi will alles und jeden im Griff haben. Sie sucht sich gezielt Leute, die sie für ihre Zwecke instrumentalisieren und benutzen will. Einmal im Griff der Stasi bedeutet: Du kommst da nicht mehr raus. A) Entweder du machst mit, und dann bist du als eigenständige Person quasi erloschen B) Oder du rebellierst, und dann endest du vielleicht in der Flucht oder gar in Hohenschönhausen. Auch unschuldige und arglose, also auch „hundsnormale“, Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz, geraten in Haft, werden zersetzt und büßen bisweilen sogar mit dem Tod.

Die Geschichte, die Manfred Haferburg mit „Wohn-Haft“ aufgeschrieben hat, ist beängstigend real. Man leidet mit den Hauptakteuren, besonders der zentralen Figur „Manni“. Leser und Leserinnen, die bislang nicht viel von der DDR wussten, erkennen nun schlagartig, wie der Mechanismus dieses Unrechtstaates funktionierte. Und alle DDR-Kenner und Ex-DDR-Bürger werden alles genauso wiedererleben, wie sie es immer schon erlebten. Manfred Haferburg hat es endlich einmal genau richtig und so wahr aufgeschrieben. Ein Panoramabild des DDR-Alltages und seiner vielen Unterdrückungsoptionen.

Kein Wunder, dass Wolf Biermann sehr gern ein überaus sprachmächtiges Vorwort zu diesem lesenswerten Buch hinzugab.

Autor: Manfred Haferburg, Titel: Wohn-Haft, Roman, Vorwort: Wolf Biermann, Am 5. September 2013 erschienen. Hardcover Leinen, gebunden, mit zusätzlichem Papierschutzumschlag. Verlag: KUUUK mit 3 U, Sprache: Deutsch, ISBN-10: 39398324596, ISBN-13: 978-3939832-59-1, Preis: EURO 29,00, ab 1.7.2014: 32,00 Euro [D], 32,90 Euro [A], Seiten: 524

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