„SUPERillu“ berichtet über Militärgefängnis in Schwedt

„Das Militärgefängnis der NVA in Schwedt stand für Angst und Schrecken. Doch kaum jemand redete darüber, da die Insassen
einst zum Schweigen verpflichtet wurden. Jetzt sprechen erstmals ein Ex-Häftling und ein Wärter

S ieben Fliesen quer, einhundertachtzig längs. Detlef Fahle, 49, ist so oft durch „seinen“ vergitterten Gefängnistrakt gelaufen, dass er die Zahl der Fußbodenfliesen niemals vergessen wird. Fahle: „Wenn wir vor den Stubentüren auf und abmarschieren mussten, habe ich Fliesen gezählt. So hatte mein Kopf was zu tun. Sonst wäre ich wahnsinnig geworden.“

Als 19-Jähriger war Fahle 1983 drei Monate ohne Gerichtsurteil in der berüchtigten „Disziplinareinheit“ im NVA-Knast Schwedt inhaftiert, drei Monate Drill und Schufterei. Das Perfide: Über das, was er hier erlebte, durfte er später nicht sprechen: Bei der Entlassung musste er – wie alle Häftlinge – einen Schweigebefehl unterschreiben.

Auch das trug dazu bei, dass der „Mythos Schwedt“ entstand, der bei den Soldaten Angst erzeugte und die Bereitschaft, sich bedingungslos unterzuordnen.“ (Für den gesamten Artikel: siehe: Siehe SUPERillu, Ausgabe 18/2013, Seite 34 bis 36)

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Paul Brauhnert, Ilja Hübner (Hrsg.) – NEUES BUCH: Spür die Angst – Die Disziplinarstrafeinheit des Militärstrafgefängnisses in Schwedt/Oder

„Spür die Angst“ – Die Disziplinarstrafeinheit des Militärstrafgefängnisses in Schwedt/Oder

In Gegenwart des Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU), Roland Jahn, der Beauftragen des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD), Ulrike Poppe, und dem Bürgermeister der Stadt Schwedt/Oder, Jürgen Polzehl, wird am 15. November 2012, um 19 Uhr das Buch „Spür die Angst“ im Saal des Mehrgenerationenhauses Lindenquartier (Bahnhofstraße 11 b) öffentlich präsentiert.

In dem ersten Buch einer dreibändigen Reihe über das Militärstrafgefängnis in Schwedt/Oder haben die Herausgeber Ilja Hübner und Paul Brauhnert acht charakterlich sehr unterschiedliche Schicksale zusammengetragen, die aus unterschiedlichen Gründen mit dem Bestrafungssystem der Nationalen Volksarmee der ehemaligen DDR konfrontiert wurden. Das interne Strafmaß hieß zwei bis drei Monate Disziplinarstrafeinheit Schwedt. Erst heute öffnen die Disziplinierten von damals ihre Gedanken- und Gefühlswelt, berichten über Erlebnisse, die sie noch immer bewegen.

Gösta Knothe, Schauspieldirektor an den Uckermärkischen Bühnen Schwedt, liest Szenen aus der neuen Publikation. Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet von Ralf Benschu, Saxophon, und Karsten Intrau, Gitarre. Anschließend lädt Paul Brauhnert die Anwesenden ein, zum Pinsel zu greifen und unvollendeten großformatigen Porträts ein Gesicht zu geben.

Für die Idee und fachliche Mitarbeit am Buch zeichnet sich die Projektgruppe „Militärstrafgefängnis Schwedt“ unter Mitarbeit der LAkD, der BStU, des Stadtmuseums Schwedt/Oder, des Architekturbüros ABD-Dressler, Paul Brauhnerts und Ilja Hübners verantwortlich.

Satz und Layout erfolgte durch den Dresdner Buchverlag Salomo & Salomo GbR. Die Herstellung wurde gefördert durch die Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur.

Das Buch kann für eine Schutzgebühr von 5 EUR im Stadtmuseum Schwedt/Oder erworben bzw. bestellt werden.

3 zitty-Sterne für Brauhnert-Buch „Tiere in Menschengestalt“ über den Militärstrafvollzug in Schwedt

zitty 5/2012, Seite 91, Literatur

Rezension von Lutz Göllner, 3 z-Sterne von 4 möglichen
  zitty Verlag GmbH, Askanischer Platz 3, 10963 Berlin
 „zitty“ ist eine Stadtzeitung in Berlin und gehört zum „Tagesspiegel“

„AUTOBIOGRAFIE
Paul Brauhnert:
Tiere in Menschengestalt
 
Die DDR, so inzwischen die vorherrschende Meinung, war eine kommode, kleine Diktatur voller Petzen. Schwamm drüber. Doch leider: Einige ehemalige DDR-Bürger können nicht vergessen und schon gar nicht verzeihen. Das sind die, die in Erichs Resopalregime im Knast saßen, auf den Jugendhöfen ackern mussten oder – noch schlimmer – im militärischen Strafvollzug gepiesackt wurden.“ WEITERLESEN in zitty 5/2012

Siehe auch: http://www.kuuuk.com/presseberichte.htm

Paul Brauhnert im NDR

12.2.2012, SONNTAG. An diesem Tag geschieht folgendes:

Der NDR sendet im NORDMAGAZIN

den Beitrag

„DAS MILITÄRGEFÄNGNIS IN SCHWEDT“

mit KUUUK-Autor Paul Brauhnert.

Er dauert 6:55 Minuten. Zum Buch:

Paul Brauhnert

Tiere in Menschengestalt

Die Anatomie eines Mythos.

Militärstrafvollzug Schwedt.

Ein Bericht mit Illustrationen

Mit neun Illustrationen und einem Lageplan aus der Hand des Autors

Paul Brauhnert  // Tiere in Menschengestalt