BGH-Urteil VG Wort-Urteil: BÖRSENVEREIN: Schwerer Schlag für Verlagskultur in Deutschland

VG Wort-Urteil: Schwerer Schlag für Verlagskultur in Deutschland – Urteil des Bundesgerichtshofs ist verfassungsrechtlich und kulturpolitisch problematisch

21.04.2016

QUELLE: http://www.boersenverein.de/de/portal/Presse/158382?presse_id=1133208

Verlage sollen nicht mehr an Ausschüttungen von Verwertungsgesellschaften beteiligt werden / Börsenverein fordert gesetzliche Korrektur der Entscheidungen von BGH und EuGH / Börsenverein befürchtet in Folge des Urteils Insolvenzen im Verlagsbereich / Möglichkeit der Verfassungsbeschwerde wird geprüft

Verlage in Deutschland sollen keinen Ausgleich mehr erhalten, wenn ihre Werke privat vervielfältigt oder in sonstiger gesetzlich zulässiger Weise genutzt werden. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) mit seiner Zurückweisung der Revision der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) gegen eine Klage des Autors Martin Vogel heute entschieden. Demnach sollen Verlage nicht mehr an den Ausschüttungen von Verwertungsgesellschaften beteiligt werden. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wertet das Urteil als schweren Schlag für die einzigartige deutsche Verlagskultur. „Das Urteil ist kulturpolitisch höchst problematisch. Es beendet das seit Jahrzehnten bestehende fruchtbare Miteinander von Urhebern und Verlagen in den urheberrechtlichen Verwertungsgesellschaften. Wir brauchen umgehend eine gesetzliche Korrektur der Entscheidungen von BGH und Europäischem Gerichtshof, sonst droht die Insolvenz etlicher kleiner und mittlerer Verlage“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

Der Börsenverein setzt dabei auf die Entschlossenheit der politisch Handelnden. „Der Zustand, den wir jetzt haben, war nie der wahre Wille des Gesetzgebers. Das ist auch in der Politik unumstritten“, so Skipis. „Wir verlassen uns deshalb auf die Zusagen von Bundesjustizminister Heiko Maas, Kulturstaatsministerin Monika Grütters und EU-Kommissar Günter Oettinger. Sowohl im europäischen Recht als auch im deutschen Urheberrecht muss unverzüglich klargestellt werden, dass auch Verlage Rechteinhaber sind, denen ein Ausgleich für gesetzlich zulässige Nutzungen ihrer Werke zusteht.“

Den Verlagen drohen jetzt Rückzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe an die VG Wort, VG Bild-Kunst, GEMA und VG Musikedition. Damit wird eine große Zahl von Verlagen mittelfristig wegen der notwendigen Rückstellungen und der ausbleibenden Einnahmen von Verwertungsgesellschaften wirtschaftlich nicht länger überlebensfähig sein. Die Rückforderungen betragen – je nach Verlag – zwischen 20 und 200 Prozent des durchschnittlichen Jahresgewinns.

„Jeder Außenstehende und vor allem jeder Politiker sollte nachvollziehen können, dass hier im Urheberrecht etwas vollständig aus dem Ruder gelaufen ist. Die Ausschüttungen der VG Wort gelten für Werke, bei denen Verlage Satz, Druck, Lektorat, Marketing, Werbung und Vertrieb auf eigenes Risiko finanziert haben und die ohne diese Leistungen überhaupt nicht genutzt werden könnten. Sie gelten nicht für Manuskripte der Autoren“, so Skipis. Seit dem frühen 19. Jahrhundert war es geltendes Recht, die Ausschüttungen von Verwertungsgesellschaften zwischen Verlagen und Autoren aufzuteilen, weil Verlage für ihre Leistungen honoriert werden müssen.

An dem jetzt vom Bundesgerichtshof entschiedenen Verfahren war als Streithelferin der VG Wort auch der Verlag C.H. Beck oHG beteiligt. Dieser wird nun die Urteilsbegründung des BGH abwarten und dann prüfen, ob er gegen das Urteil Verfassungsbeschwerde einlegen wird.

Advertisements

Verleger u. AutorInnen: Offener Brief zum Urheberrecht an die Bundesregierung

Die Initiatoren 

Elisabeth Ruge, Jonathan Landgrebe, Jonathan Beck

ERST-UNTERZEICHNER: 250 plus weitere

>>Offener Brief zum Urheberrecht an die Bundesregierung

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,

sehr geehrte Frau Staatsministerin Grütters,
sehr geehrter Herr Bundesjustizminister Maas,
sehr geehrter Herr Bundeswirtschaftsminister Gabriel,

das im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD vereinbarte Vorhaben, die wirtschaftliche Lage von Autor*innen und anderen Urhebern zu verbessern, ist selbstverständlich zu begrüßen. Die nun vorgelegte Gesetzesnovelle, die die Planungssicherheit von Verlagen durch neue Ausstiegsklauseln für Autor*innen auf wenige Jahre nach Erscheinen eines Buches reduziert, ist jedoch kontraproduktiv. Sie verbessert wenn überhaupt, dann höchstens die Stellung von wenigen Erfolgsautoren, auf Kosten der langfristigen Bindungsfähigkeit vor allem der mittleren und kleinen unabhängigen Verlage. Das dient weder dem Interesse der Autor*innen noch der Bewahrung unserer vielfältigen Kulturlandschaft.

Hinzu kommt, dass wir uns in einer Phase befinden, in der Verlage in neue Technologien, Formate, Geschäftsmodelle investieren müssen, um das deutschsprachige Verlags- und Buchwesen mit seiner bedeutenden, reichhaltigen Tradition zukunftsfähig zu machen. Wie soll das geschehen, wenn es keine ausreichende Planungssicherheit gibt? Dieser Gesetzesentwurf schadet allen, nicht zuletzt den Autor*innen.

In den Medien wird ein Verteilungs- und Interessenkonflikt zwischen Autor*innen und Verlagen heraufbeschworen, dem wir mit diesem gemeinsamen Brief entschieden widersprechen möchten. Wir wünschen uns ein Urheberrecht, das neben der urheberrechtlichen Kreativität und Selbstbestimmung der Autor*innen auch die Leistungen ihrer Verlage schützt und die vertrauensvollen, langfristigen Beziehungen zwischen Verlagen und Autor*innen fördert, statt sie zu untergraben.

Die unterzeichnenden Autor*innen, Verlage und Literaturagenturen:<<

 

SIEHE: http://www.offenerbrief.org/

VdÜ und einige Verlage haben sich auf Vergütungsregeln geeinigt – dazu außerordentliche Mitgliederversammlung am 29. März 2014 in Köln

QUELLE: http://www.literaturuebersetzer.de/ VdÜ

Es waren die <<Vergütungsverhandlungen mit einer kleinen Gruppe von Verlagen wieder aufgenommen<<

>>Diese Verhandlungen haben zu einem Vorschlag für Gemeinsame Vergü­tungsregeln für Übersetzungen (GVR) geführt, den die Honorarkommission der Mitgliederversammlung zur Diskussion und Abstimmung vorlegt.

Dazu laden wir zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung ein, die wir für denselben Tag wie die ordentliche MV einberufen, zu der bereits seit Dezember eingeladen ist: 29. März 2014.

Der Vorstand wird zur vorgeschlagenen Tagesordnung der ordentlichen MV beantragen, diese für die außerordentliche MV um 13.30 Uhr zu unterbrechen.

Seinen Tätigkeitsbericht wird der Vorstand vorher schriftlich verbreiten, so dass die hierzu vorgesehenen Tagesordnungspunkte im Laufe des Vormittags beendet werden können.

Wir arbeiten momentan an einer kommentierten und erläuterten Fassung dieser GVR. Sie wird allen Mitgliedern […] zugehen.<<

_______________

>>Der VdÜ, als eingetragener Verein gegründet 1954, ist der Berufsverband der Literaturübersetzerinnen und Literaturübersetzer. Autoren und Übersetzer sind natürliche Verbündete. Deshalb ist der VdÜ seit 1974 als Bundessparte Übersetzer eingebunden in den Verband deutscher Schriftsteller (VS) in der Gewerkschaft ver.di. VdÜ-Mitglieder sind damit gleichzeitig Mitglieder von ver.di wie auch des „Verbandes deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke e.V.“.

Der VdÜ vertritt die Interessen der Literaturübersetzerinnen und Literaturübersetzer in der Öffentlichkeit, gegenüber den Vertragspartnern und deren Verbänden. Wir mischen uns ein. Die Zahl unserer Mitglieder steigt ständig: Im Juli 2011 zählen wir über 1200 Mitglieder.<<

DDR-Roman Wohn-Haft von Manfred Haferburg nun auch als E-BOOK erhältlich

Der aufwühlende Roman des Autors Manfred Haferburg, mit dem eindeutig-zweideutigen Titel „Wohn-Haft“ liegt seit Oktober 2013 auch als E-Book vor.  Das Buch erschien im KUUUK Verlag mit 3 U.

Haferburg beschreibt die Alltags-DDR sehr wahrhaft, und das, indem er sich in mehrere Personen und deren „Denke“ akkurat hineinbegibt. Das gelingt so vortrefflich, dass wir uns an manchen Stellen fast selber wie ein bösartiges (und auch kleingeistiges) Stasihirn zu fühlen beginnen.

Zugleich aber ist die (für uns gute, da am Ende aufrechte) Hauptperson Manni als Rebell der Anker des Buches.

Schichtleiter und Oberschichtleiter im größten Kernkraftwerk, Manni Gerstenschloss, ausgebildeter Kernenergie-Ingenieur, in Lubmin bei Greifswald arbeitend, ja, beim KKW „Bruno Leuschner“, gerät in eine Spirale des Sich-Auflehnens, die ihn durch einige Etappen hindurch (darunter: Er wird Opfer der OPK) zur Flucht quasi zwingt und letztendlich in die Haft nach Berlin-Hohenschönhausen treibt.

Vera Lengsfeld sagt zu diesem Buch unter anderem: „Der heute in Paris lebende Autor beschreibt sein Leben in der DDR. Das Leben eines Menschen, der sich anpassen, Karriere machen und ein bisschen genießen will. Wenn man aber ein wenig Eigenwilligkeit bewahrte, wie Manni Gerstenschloss, Haferburgs Hauptheld und Alter Ego, gerät man in Kollision.“ Sowie: „Das Buch von Haferburg ist ein wichtiges Zeugnis dafür, wie es in der DDR wirklich war und damit ein unverzichtbarer Beitrag gegen die ,Es war nicht alles schlecht‘- Propaganda der SED-Linken.“

LINK zum E-BOOK  – LINK zum Papierbuch

Band 2 der „Tossing Tales“ sind die „Gold Tales“ von Gudrun Tossing

Die Autorin Gudrun Tossing hat nun (März 2013) ihr zweites Buch mit kuriosen, amüsanten, auch schrägen USA-Erzählungen und USA-Geschichten vorgelegt. Es sind auch Geschichten aus Kanada dabei.

Seit vielen Jahren fährt die Autorin wieder und wieder in die USA (und nach Kanada).

Was sie auf ihren Reisen erlebt, packt sie in wundervolle Storys (englisch: Stories).

Nach den „Fish Tales & Coyote Stories“ liegen nun aus dem KUUUK VERLAG mit 3 U in Königswinter auch die „Gold Tales – Storys vom Suchen und Finden“ vor.

Die Reihe ist auf 5 Bände angelegt, die dann als „Tossing Tales“ ein kleines Buchpaket darstellen.

Der erste Band der „Fish Tales“ wird (außerdem noch) derzeit ins Englische übersetzt.

Gudrun Tossing schreibt weiter. Von ihr sind noch einige Bücher zu erwarten. Auch ein Roman ist in Arbeit.

Siehe:  LINK

 

Das „Solinger Tageblatt“ berichtet über die Schriftstellerin Gudrun Tossing

In der Samstagsausgabe des „Solinger Tageblatts“ erschien am 2.2.2013 unter dem Titel „Kojoten und Goldgräberstimmung“ ein Artikel der Journalistin Susanne Koch. Sie berichtet über die Autorin und Schriftstellerin Gudrun Tossing, deren zweites Buch über/mit „Gold Tales“ im März dieses Jahres erscheint. Das erste Buch hieß „Fish Tales & Coyote Stories“ und erschien im Jahr 2012. Beide Bücher enthalten kuriose und schräge Reisegeschichten aus und in den USA, natürlich aus der Sicht einer die USA genau kennenden Deutschen. Weitere Bücher und englische Übersetzungen dazu sind offenbar geplant. Siehe den Artikel hier: LINK

Suhrkamp – Herr Barlach – Das Mediationsverfahren

Im Streit um den Fortgang des Suhrkamp-Verlages hat der Teilbesitzer des Verlages, Hans Barlach, erklärt, [SPIEGEL-Interview 31.12.2012] für das geforderte Mediationsverfahren sei seine Bedingung, dass sich die von Unseld-Berkéwicz geleitete Familienstiftung aus der Geschäftsführung zurückziehen solle.