Die 3 Hauptgewinner beim DEUTSCHEN VERLAGSPREIS 2020: Matthes & Seitz / DOM publishers / Liebeskind

Die Gewinner der „ersten Kategorie“ mit jeweils 60.000 EURO sind 3 Verlage.

Monika Grütters gab die Gewinner am 25.5.2020 bekannt.

Den Deutschen Verlagspreis 2020 in der Spitzenkategorie haben erhalten:

DOM publishers

Liebeskind

Matthes & Seitz

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Verlagsbuchhandlung Liebeskind GmbH & Co. KG
Tal 15 / Eingang Hochbrückenstraße
80331 München

MSB Matthes & Seitz Berlin Verlagsgesellschaft mbH
Göhrener Str. 7
10437 Berlin

DOM publishers
Caroline-von-Humboldt-Weg 20
10117 Berlin

Schwesternschere (von Carmen Gauger) als Schwesternroman und Vogtland-Familiensaga

Natürlich haben wir alle eine Familie. Sie kann groß sein, sie kann klein sein. Aber eine Familie gibt es immer. Dazu die vielfältigsten Dinge, die in diesen Familien passieren. Geburt, Hochzeit, Tod sind nur markante Wegpunkte.

Carmen Gauger hat die Fiktion genutzt, um eine Familiengeschichte zu beschreiben. Wie so oft in Romanen, scheint das eine oder andere von wirklich Erlebtem inspiriert. Zugleich ist aber vieles fiktional neu geschichtet und fein verstrickt.

Endlich befinden wir uns mal nicht in einer Metropole. Sondern der Kern des Buches ist der kleine Ort „Schacht“ (Kunstname) … und dann ein Haus in diesem Ort (irgendwo im Vogtland).

Wir beobachten nun die eine Schwester, die uns subjektiv ihre Sicht der Dinge schildert. Kernfrage: Was wurde bis heute aus dieser Familie? Warum sind die Schwestern nun so uneins, nein, so verstritten?

Wie gestaltete sich die Familie, als die Eltern älter wurden, als die Eltern krank wurden?

Was war mit der Zeit davor? Wie kamen diese Leute ins Vogtland? Was machte der Vater im Krieg? Welche (formale) (symbolische) Rolle spielt das Haus, dass dann in Erbstreitigkeiten verwickelt wird, die sich eigentlich über Jahrzehnte hinziehen, denn es gibt das Elternversprechen???

Das Ganze wird anfangs recht „harmlos“ geschildert, ein Familientreffen, aber mehr und mehr werden die Leserinnen und Leser dann in all das hineingezogen. Die Autorin Carmen Gauger benutzt klug auch andere Textsorten wie Tagebucheinträge, Gedichte, Mails, Liedzeilen … auch Kriegserinnerungen des Vaters, um uns die große Vielfalt einer Familie aufzuzeigen, ja, Milda (die Erzählerin) taucht auch noch in die Generation der Großeltern ein.

Und sie (ver)schafft uns eine Vielfalt von Gefühlen, Gedanken, Erlebnissen, eine Masse von Eindrücken, die uns zeigen: Wie verarbeitet ein Mitglied der Familie eben diese Gesamtfamilie, sobald man mal zu schreiben und zu berichten anfängt. Was geht im Kopf und im Herzen vor? Wieso sagt man mal A, und dann wieder B?

Diese Vielfalt, dieser Sturm der Gedanken und Gefühle, das ist eine bedeutsame Stärke dieses Buches. Vielleicht kann auch nur eine Frau so etwas aufschreiben, weil dieses Hin und Her von allem in allem in dieser Konzentration (und damit auch Anstrengung für den Alltag) vielen Männern immer ein verborgenes Rätsel bleiben wird.

„Schwesternschere“ zeigt das (teilweise) Auseinandergehen einer Familie über Jahrzehnte und das „dicke“ Zerwürfnis von zwei Schwestern. Eine Art Familiensaga. Manche halten nämlich doch dann wieder zusammen. Teile der Familie.

Aber es ist stets eine „heutige Familie“, die auch die DDR und die Wiedervereinigung durchlaufen hat. Ziemlich normale Leute. Die ihren Weg auch im neuen Deutschland finden mussten, immer noch müssen, mit Kindern, die schon fast selber nicht wissen, wie das DDR-Leben war, oder das Leben im II. Weltkrieg, oder das Leben davor.

Die Menschen wandeln sich, aber die Probleme sind irgendwie ähnlich. Immer wieder. Aber doch bei jeder Familie dann etwas speziell.

Carmen Gauger

Schwesternschere

Eine verletzte Familie. Roman

342 Seiten

ISBN 978-3-96290-020-5

Cheflektor Raimund Fellinger (SUHRKAMP) am 25.4.2020 gestorben

Der Suhrkamp Verlag teilt den Tod auf seiner Homepage mit.

Fellinger kam 1979 zu Suhrkamp.

Er stieg 2006 zum Cheflektor auf.

Bekannt wurde er insbesondere auch deshalb, weil er die Autoren Johnson, Handke und Bernhard betreute … und deren Bücher selber lektorierte.

* 1. Oktober 1951 in Dillingen/Saar

† 25. April 2020 in Frankfurt am Main
Werke von FELLINGER (Auswahl)
NACH WIKIPEDIA

Über Uwe Johnson. Frankfurt am Main 1992.

Peter Handke. Frankfurt am Main 1992.

Kleine Geschichte der Edition Suhrkamp. Frankfurt am Main 2003.

„Ins Gelingen verliebt sein und in die Mittel des Gelingens“. Siegfried Unseld zum Gedenken. Frankfurt am Main 2003.

Der Brief: Kunstwerk und Mitteilung. Frankfurt am Main/ Leipzig 2006.

Naturgemäß, über die Menschen und die Natur, Thomas Bernhard. Frankfurt am Main 2008.

mit Martin Huber (Hrsg.): Thomas Bernhard – Gerhard Fritsch. Der Briefwechsel. Korrektur Verlag, Mattighofen, Oberösterreich 2013, ISBN 978-3-9503318-1-3.[5]

„Seismograph“ – Kurt Wolff im Kontext. (= Insel-Bücherei. 1332). Berlin 2014.
mit Matthias Reiner (Hrsg.): Siegfried Unseld – Sein Leben in Bildern und Texten. Suhrkamp, Berlin 2014, ISBN 978-3-518-42460-5.

ABSAGE BUCHMESSE LEIPZIG (12.3. bis 15.3.) WURDE am 3-3-2020 BESCHLOSSEN

Das alles wurde am Dienstag im Neuen Rathaus entschieden.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), das Leipziger Gesundheitsamt und Messeverantwortliche waren gemeinsam an der Entscheidung beteiligt.

Zuvor hatte die “Leipziger Volkszeitung” über die Absage berichtet.

Die Messe sollte eigentlich vom 12. bis 15 März 2020 in LEIPZIG stattfinden.

SIEHE DEN ARTIKEL DER LVZ vom 3-3-2020 mittags zur ABSAGE
https://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Coronavirus-Leipziger-Buchmesse-wird-abgesagt

PREIS DER LEIPZIGER BUCHMESSSE 2020 — die Nominierten

Die nominierten Bücher für den Leipziger Buchpreis

Belletristik

Verena Güntner: „Power“ (DuMont Buchverlag)

Maren Kames: „Luna Luna“ (Secession Verlag)

Leif Randt: „Allegro Pastell“ (Verlag Kiepenheuer & Witsch)

Ingo Schulze: „Die rechtschaffenen Mörder“ (S. Fischer Verlag)

Lutz Seiler: „Stern 111“ (Suhrkamp Verlag)

Sachbuch/Essayistik

Bettina Hitzer: „Krebs fühlen. Eine Emotionsgeschichte des 20. Jahrhunderts“ (Klett-Cotta Verlag)

Michael Martens: „Im Brand der Welten.
Ivo Andrić. Ein europäisches Leben“ (Paul Zsolnay Verlag)

Armin Nassehi: „Muster. Theorie der digitalen Gesellschaft“ (Verlag C. H. Beck)

Julia Voss: „Hilma af Klint – »Die Menschheit in Erstaunen versetzen«. Biographie“ (S. Fischer Verlag)

Wenzel, Jan (Hg.) zusammen mit Anne König, Andreas Rost u.a.: „Das Jahr 1990 freilegen“ (Spector Books)

Übersetzung

Pieke Biermann: übersetzte aus dem amerikanischen Englisch „Oreo“ von Fran Ross (dtv Verlag)

Luis Ruby: übersetzte aus dem brasilianischen Portugiesisch „Tagtraum und Trunkenheit einer jungen Frau. Sämtliche Erzählungen I“ von Clarice Lispector (Penguin Verlag)

Andreas Tretner: übersetzte aus dem Bulgarischen „Die Sanftmütigen“ von Angel Igov (eta Verlag)

Melanie Walz: übersetzte aus dem Englischen „Middlemarch. Eine Studie über das Leben in der Provinz“ von George Eliot (Rowohlt Verlag)

Simon Werle: übersetze aus dem Französischen „Der Spleen von Paris. Gedichte in Prosa sowie frühe Dichtungen“ von Charles Baudelaire (Rowohlt Verlag)

Matthias Thonon, Daniela Chmelik, Renate Aichinger, Katja Schraml als Preisträger/innen beim Bad Godesberger Literaturwettbewerb

Matthias Thonon gewinnt den Hauptpreis der Jury, Katja Schraml gewinnt den Publikumspreis … beim 9. Bad Godesberger Literaturwettbewerb im Haus an der Redoute in Bonn (Bad Godesberg).

In diesem Jahr (2019) fand der Godesberger Literaturwettbewerb bereits zum 9. Mal statt.

Der von der Parkbuchhandlung (Inhaberin Barbara Ter-Nedden) ins Leben gerufene Wettbewerb hat sich zu einer festen Größe im Bad Godesberger Kulturleben entwickelt und zieht AutorInnen aus ganz Deutschland an. Auch aus Österreich.

Die Jury bestand in diesem Jahr aus der Pädagogin Annie Katherina Kawka-Wegmann, dem GA-Redakteur Rüdiger Franz und den Germanisten Prof. Dr. Norbert Oellers sowie Prof. Dr. Georg Guntermann. (Rüdiger Franz sprach die Laudatio.)

Autorinnen und Autoren wird in Bad Godesberg ein Forum geboten, um Texte aller literarischen Gattungen zu präsentieren.

Aus allen Einsendungen wählte die Jury 10 AutorInnen aus, die während einer Veranstaltung ihre Texte im „Haus an der Redoute“ lesen sollten.

8 Autorinnen und Autoren kamen am 10.12.2019 (an diesem Tag wurden übrigens auch 2 Literaturnobelpreise überreicht) LIVE ins „Haus an der Redoute“ in Bonn-Bad-Godesberg (Bad Godesberg ist heute ein Stadtbezirk / Stadtteil von Bonn), um LIVE vor Publikum zu lesen. (2 weitere Autoren/innen waren aus unterschiedlichen Gründen verhindert.)

Nach den Lesungen von je Person circa 8 Minuten kam es zur Abstimmung durch das Publikum, und zu einer kleinen Auszählpause.

Der Publikumspreis ging danach an Katja Schraml.

Der Hauptpreis der Jury (das stand vorher schon fest, wurde aber auch erst nun verkündet) ging an Matthias Thonon.

Das alles geschah in Anwesenheit von Bezirksbürgermeister Christoph Jansen, der ein paar nette Worte zur Begrüßung sprach.

1. PREIS DER JURY an Matthias Thonon

2. PREIS DER JURY an Daniela Chmelik

3. PREIS DER JURY an Renate Aichinger

PUBLIKUMSPREIS an Katja Schraml

TEXTE ALS BUCH: Barbara Ter-Nedden (Hrsg.), Am frühen Morgen. Anthologie, Kid Verlag 2019, 12,80 Euro.

Kurt-Wolff-Preis 2020 geht an den Arco Verlag in Wuppertal, Förderpreis an Hentrich & Hentrich nach Leibzig

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QUELLE: http://www.kurt-wolff-stiftung.de/kurt-wolff-preis-2020/