Schriftsteller Klausens mit dem Projekt der Tagesromane / Datumsromane nun schon im 10. Jahr. Aktuell ist der Freitagsroman [7.7.17] fertig.

Der Autor und Schriftsteller Klausens hat ein ungewöhnliches Schreibprojekt (und letztlich auch Kunstprojekt) nun in das zehnte Jahr hinein betrieben.

An einem Tag im Jahr schreibet er von morgens (Aufstehen passiert angeblich gegen 5 Uhr morgens) bis spät abends – und noch vor 24 Uhr gibt er das fertige Buch dann noch samt ebenfalls erstellten Cover und Klappentext (komplett also) an die Druckerei.

Das erste Buch entstand am 8.8.2008 als „Eintagesroman“. Über die Jahre wurde auch die Monate immer wieder verschoben, so dass jeweils neue Tage mit markanten Daten entstanden.

8.8.2008, 9.9.2009, 10.10.2010, 11.11.2011, 12.12.2012, 3.3.2013, 4.4.2014, 5.5.2015, 6.6.2016, 7.7.2017

Die Reihenfolge der Romane richtet sich also nach dem Kalender.

Es entsteht nach diesem Zufall, der zugleich einer Reihung folgt, ein Roman, der sich auf eben diesen Tag bezieht. Das Buch wird auch an eben diesem Tag also auch (fertig) geschrieben. Und es finden eine Vielzahl von Informationen, Ereignissen, Fakten ihren Eingang in das Buch, welche sich auch auf genau diesen Tag und insgesamt die „aktuelle Zeit“ des Entstehens (das zeitliche Umfeld des Tages) beziehen.

Der Autor weiß zuvor selber nicht, was an diesem speziellen Tag des Schreibens passiert, was in der Luft liegt, was sich ereignet oder gerade ereignet hat. Er muss schreiben, er muss fertigwerden. Dazu müssen ihm die Sachen dienen, die in seinem derzeit aktuellen Kopf auch abgelegt werden/waren/sind, denn eine lange Recherche erübrigt sich.

Das Internet und das Fernsehen dienen als Zusatz-Quellen, die in den Roman eingehen, z. B. insofern sich auch Dinge kurz mal im Netz noch gegenchecken lassen. Oder Meldungen auf n-tv in den Tagesroman hineingelangen.

Angelehnt an die Schnitt-Technik, die man schon von Dos Passos kennt, werden Fakten, Daten, Texte, Zitate in kursiver Schnitt in die Handlung dazwischengeschnitten. Die Aktualität ist da, die Wahrheit dringt ein in den fiktionalen Handlungsrahmen der Stroy jedes Tagesromans.

Am Ende steht ein Buch von 120 Papierseiten, welches der Autor als jeweils eine „Romanovelle“ bezeichnet. Für jeden Band verändert er auch seinen Schriftsteller-Namen:

ter Klausens (Willem ter Klausens) – Freitagsroman [7.7.17] (7. Juli 2017)
Klausens (Kurt Klausens) – Dochroman [6.6.16] (7. Juni 2016)
Klausens (Edzard Klausens) – Dienstagsroman [5.5.15] (5. Mai 2015)
da Klausens (Harco da Klausens) – Heutroman [4.4.14] (4. April 2014)
Klausens (Hinnerk Klausens) – Schonroman [3.3.13] (3. März 2013)
op de Klausens (Bert op de Klausens) – Baldroman [12.12.12] (12. Dezember 2012)
de Klausens (Jan Wim de Klausens) – Nunroman [11.11.11] (11. November 2011)
Klausens (Jean-Luc Klausens) – Jetztroman [10.10.10] (10. Oktober 2010)
Klausens (Horst-Hugo Klausens) – Stundenroman [9.9.9.] (9. September 2009)
Klausens-Achtlinger (Klaus Klausens-Achtlinger) – Eintagesroman [8.8.8] (8. August 2008)

Die DATUMSROMANE sind über die 10 Jahre nun, reduziert auf den Titel, diese:

EINTAGESROMAN [8.8.8]
STUNDENROMAN [9.9.9.]
JETZTROMAN [10.10.10]
NUNROMAN [11.11.11]
BALDROMAN [12.12.12]
SCHONROMAN [3.3.13]
HEUTROMAN [4.4.14]
DIENSTAGSROMAN [5.5.15]
DOCHROMAN [6.6.16]
FREITAGSROMAN [7.7.17]

Der Autor schreibt zu seinem aktuellen Roman, der sich u. a. G20, Terrorismus, Anschlägen, Flüchtlingen, Angst, Verdacht, „den Kopf verlieren“, Bahnfahren … und solcherlei Dingen zuwendet:

In seiner FREITAGSROMAN-Romanovelle geht dieser Willem ter Klausens den Dingen nach und spürt auch dem hinterher, was an jenem Tag, jenem 7.7.2017 [7.7.17] passieren könnte und auch tatwirklich dann passiert sein möge. Das Werk verbindet das „Jetzige“ des Hierseins in der Fiktion mit dem Aktuellen der Realität zu einer aufregenden Geschichte. Der Zug ist voll, und alle haben Angst. Die Welt ist voller Anschläge, also scheint auch auf dem Weg nach Hamburg: Da ist einiges möglich. Angst. Da muss sich niemand wegducken, aber dennoch wird geschaut und beobachtet. Mirka und Utz sind in diesem Zug. Sie kommen aus Bonn, aber der Zug fährt von Köln nach Hannover, danach soll’s nach Hamburg, wo mehrere Tage demonstriert wird. G20. Paks, der Pakistani ist da, Gürschner, der Religionslehrer. Im Zug wird es heiß, die Menschen kochen über, vor Frust, vor Hass, vor Weltzweifeln.

AUSSERDEM FINDET SICH FOLGENDER (SELTSAMER) TEXT ZUM AUTOR SELBST:

WILLEM TER KLAUSENS ist offensichtlich eher dem Neuen zugewandt als Vergangenheiten. So ergibt er sich wieder über das Vielköchern in die heutige Bewusstwerdung. Sein Name muss bedeutsam sein, zeigt aber, dass an diesem Künstler und Schriftsteller keine Kenntnis, kaum Wissen sich festmachen ließe. Nur der Freitag könnte zur Erbringung einer Vision von der „Wandlung aufkommender Untaten“ als Bester heranfliegen. Klausens schreibt auch LIVE-Gedichte, bearbeitet zudem Petizetten. Es kommen Texte wie dieser hier. Er macht und quält sich mit Büchern, Zitaten, Seriellos, bisweilen auch Videos. Außerdem sind Blogs in seinem Handlungswollen. Nun ist da vor uns wieder einmal der Roman des einen Tages. Erst die Menschen nach unserer ärmlichen Zeit werden erfassen können, was wir von ihm zu meinen gehabt hätten. Insgesamt ist es würdevoll, was wir da angehen müssen. Dennoch: Dieser Mensch kann nur von sich geben, was Mister Brain ihm ließ. So wie alle Berge zum Tale eilen. Worte sind ein Stampfen vom Abgang in den Fall des Untergangs.

Ein absolut ungewöhnliches und zugleich höchst aufregendes Kunst- und Literaturprojekt. Die Ergebnisse von jeweils einem Tag Schreiben samt 2- oder 3-fachen (zügigen) Korrekturlesen sind richtig gut gelungen. Überraschend, was der Autor da hervorzaubert, aus solch einer Schreibsituation.

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Veröffentlicht von

verlagsdinge

Bücher, die es zu lesen gilt. Lesen gilt immer.

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