Der gelungene Jugendroman und Für-Erwachsene-Roman „Jan“ von Funda Agirbas

Dieses Buch ist auf seine Weise besonders. Sicher, das behaupten viele. Aber wer das Buch gelesen hat, das von Funda Agirbas, den Roman JAN, der weiß dann sehr sicher, dass es stimmt.

Die Autorin versetzt sich da in einen männlichen Jugendlichen. Jan, so heißt er. 16 Jahre ist er alt, als das Hauptgeschehen des Romanes sich ereignet.

Wir sprechen von einem Sommer. Ein bestimmter Sommer. Dazu von einem, der etwas eigenbrödlerisch ist, noch nicht erwachsen zudem. Ein Mensch „in der Mache“. Zudem zieht er mit seinen Eltern noch in die neue Stadt, dann die neue Schule. Sich einfinden, Anschluss finden, erwachsen werden. Alles zugleich. Dazu noch ein kleines Trauma im Hinterkopf. Als er jünger war. Da passierte auch noch etwas, was Jan innerlich aufwühlte.

Jan muss sich einfinden. Und er wird es auch. Aber wie?

Natürlich wird er sich verlieben, in ein Mädchen, das ist die eine Sache. Die bedeutendere Sache aber ist „der Junge“, denn dieser wird sein Begleiter, sein Macher, sein Vorbild. „Der Junge“ ist die zweite Hauptfigur des Buches. (Und das ist nicht im homosexuellen Sinne gedacht!)

Es geht um „Freundschaften“ bei Jungs und jungen Männern. Um Kumpel, Kumpanen, Bekannte und Buddys/Buddies. Wen man mag und mit wem man sich umgibt. Mit wem man(n) den Alltag bestreitet. (Fußball kommt auch vor, aber etwas anders, als man/frau das kennt.)

Es geht um Manipulation, ums Beherrschen, ums Anführen. Aber nicht so, wie in den guten alten Storys über Rocker. In diesem Roman der Jetztzeit, von heute, läuft es viel diffiziler. Jan und „der Junge“ haben eine sonderbare Beziehung. Der eine treibt den anderen irgendwohin. Aber wohin? Was passiert? Was wird geschehen? Die Leser sind nervös, nervöser als Jan selbst, der uns alles erzählt, durch die Autorin Funda Agirbas.

Genau das ist der Kern des Romanes. Jan erzählt alles selber, in dem Roman. Jugendsprache. Vielleicht hat er es sich auch aufgeschrieben. Und wir als Leser und Leserinnen, wir alle, wir werden Teil des Kosmos von Jan.

Wir erfahren, wie er denkt, wie er tickt, wie er spricht. Seine Ängste, sein Versagen, seine Wünsche. Seine Bindungen an Papa und Mama. Er macht mit Steuern was, die Mama mit Physik was.

Und immer dazu die Geschichte um „den Jungen“, die den Roman gnadenlos nach vorn treibt. Partys, wegfahren, Leute, allerlei. Kurz-Ausflüge.

Natürlich werde ich das Endes Romanes hier nicht verraten. Aber das Buch ist sehr lesenswert, weil man eine ganz andere Sicht auf die Hirne und Seelen von pubertierenden und bald schon postpubertierenden Jugendlichen bekommt, halbe Männer sind das ja, die sich durch „große Taten“ nun endlich zu ganzen Männern machen wollen.

Puh, das Buch nimmt einen schon mit! Toll geschrieben. Danke.

 

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Autor: verlagsdinge

Bücher, die es zu lesen gilt. Lesen gilt immer.

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